Schulleiterbriefe

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Schulleiterbrief 1/2009
Sehr geehrte Eltern, liebe Freunde und Förderer des Landesgymnasiums für Musik,
zwei Wochen ist das Schuljahr 2009/10 jetzt alt – und damit noch jung genug, um mit einigen Gedanken das vergangene Schuljahr zu resümieren und auf diesem Wege die wichtigsten Pläne für die kommenden Wochen und Monate vorzustellen.
Zunächst darf festgestellt werden, dass wir uns mit den Eckpunkten unserer Arbeit ehrgeizige Ziele gesetzt hatten: Unsere Schwerpunkte lagen in der Umstellung des Unterrichtsablaufes auf 90-Minuten-Blöcke, in der Meisterung eines extrem kurzen Schuljahres, in gezielten Werbemaßnahmen für die neuerliche Bildung einer zweiten 5. Klasse und in der Beförderung der personellen Entscheidungen in der Leitung des Rundfunk-Jugendchores Wernigerode. Es war angenehm zu erleben, wie sich ein „gestandenes“ Kollegium als ein lernendes im Prozess der neuen Unterrichtsstruktur verstand. Zweimal haben wir dazu die Schülerschaft befragt, und auch im kommenden Schuljahr wird sich die nunmehr vermehrt inhaltlichdidaktische Auseinandersetzung mit diesem Thema durch die Arbeit der Fachschaften ziehen. Die Abiturienten des Jahrganges 2009 haben sich mit vielen traditionellen Veranstaltungen von ihrer Schule und ihren Lehrern verabschiedet. Dazu zählte das Mittelalterspektakel ihres letzten Schultages ebenso wie die Abiturfeierlichkeiten mit Matinee und Soiree. Es ehrt diese jungen Frauen und Männer, dass sie eine andere schöne Tradition ebenso fortsetzten, indem sie mit ihrem Jahrgangsergebnis von 2,3 auch dieses Jahr wieder unter dem landesweiten Abiturdurchschnitt bleiben konnten. Wenngleich eine solch statistische Reflexion ignoriert, unter welchen arbeitsintensiven Umständen diese Abiturergebnisse gerade bei uns zustande gekommen sind (d.h. wie viele Chorproben und Konzerte bis zuletzt wie selbstverständlich noch im persönlichen Kalender der Absolventen standen), so freut es uns doch außerordentlich, dass allgemein bildende und musikalisch-künstlerische Bildung nicht „trotzdem“, sondern „gerade deshalb“, d.h. im harmonischen Einklang, den Rahmen für erfolgreiche Schulkarrieren bildeten.
Umso mehr hätten wir gerade dem nun scheidenden Jahrgang gewünscht, durch die Teilnahme des Rundfunk-Jugendchores an den „Choir Championships“ im Juli in Korea einen unvergleichlichen und sicher auch unvergesslichen abschließenden Höhepunkt ihrer Schulund Chorzugehörigkeit erleben zu dürfen. Mit viel Engagement war der Chor ein Schuljahr lang am Proben und Vorbereiten eines Wettbewerbsprogramms, waren Sponsoren für dieses Vorhaben begeistert worden, die die Schule und den Förderverein den finanziellen Kraftakt von über 50.000 € stemmen ließen, und war schließlich auch die Presse ein aktiver Begleiter, um über dieses Projekt und die Aktiven regelmäßig zu berichten. Aus diesem Höhepunkt ist nichts geworden – durch eine Absage in letzter Minute, die durchaus wörtlich zu verstehen ist. Doch wo wir mit Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Trauer in diesem Moment rechnen mussten, zeigte sich im praktizierten Gemeinschaftssinn, der das Ensemble, wie es eine Absolventin formulierte, „nun erst recht“ zusammenschmiedete, welch lebens- und persönlichkeitsbildender Reifeprozess die zurückliegenden Jahre bei unseren Schülern bewirkt haben. Darauf sind wir außerordentlich stolz (wenngleich wir auf die Umstände, die uns diesen Wert unserer Zusammenarbeit vor Augen führten, gern verzichtet hätten). Da ist es für die Beteiligten nachträglich sicher nur ein kleiner Trost, für die Schule und seine Chöre perspektivisch aber eine große Entscheidung, dass das Land Sachsen-Anhalt mit Beginn des neuen Schuljahres den seit mehr als einem Jahr amtierenden Chorleiter des Rundfunk-Jugendchores Wernigerode, Herrn Peter Habermann, nunmehr offiziell zum künstlerischen Leiter des Ensembles berufen hat. Diese Personalentscheidung wird der musikalischen Arbeit am Landesgymnasium für Musik die so wichtige personelle wie auch künstlerische Sicherheit verleihen, die für die kontinuierliche Fortsetzung der im übernächsten Jahr bereits 60-jährigen Chortradition unverzichtbar ist. Peter Habermann gilt unser Glückwunsch zu dieser Berufung. Unsere Wünsche zielen auf die damit verbundenen großen Aufgaben. Unser Dank auf seine zurückliegende engagierte und erfolgreiche Arbeit. Neben den auch in diesem Schuljahr wieder aktuellen Aufgaben der deutschlandweiten Gewinnung musikalisch begabten Nachwuchses und dem didaktischen Hinterfragen unserer Unterrichtsprozesse angesichts der neuen Stundenorganisation wird es gerade in den folgenden Monaten verstärkt darum gehen, den inhaltlichen Schwerpunkt Musik unter Wahrung eines breiten allgemein bildenden Angebotes weiter zu profilieren. In diesem Zusammenspiel werden Pläne einer neuerlich exklusiven Auslandschorreise ebenso unsere Aufmerksamkeit verdienen wie die Organisation einer zweiten berufsvorbereitenden „Jobbörse“ während des Herbstpraktikums der Chöre und die gerade genehmigte Integration des Faches Chorleitung in den Kanon musikpraktischer Prüfungsfächer ab dem Abitur 2011. Der „Tag der offenen Tür“ am Samstag, dem 30. Januar 2010, wird von 10 bis 13 Uhr wieder allen mit der Schule Verbundenen und an ihr Interessierten Gelegenheit geben, dieses vielseitige Angebot vor Ort zu erleben. Bereits an dieser Stelle möchte ich herzlich dazu einladen und alle dazu ermutigen, im Kreise potenzieller neuer Schüler und deren Elternhäuser auf diesen Termin aufmerksam zu machen.
In Anlehnung an den von Reise- und Auswanderungswilligen immer wieder benutzten Spruch, dort leben zu wollen, „wo andere Urlaub machen“, mag man sich spätestens dann vom idealen Lern- und Lebensumfeld unserer Schule überzeugen, dessen auch wir uns zum Abschluss des ersten Schultages beim traditionellen Abendsingen wieder vergewissert haben. Allen eine erfolgreiche und glückliche Zeit im kommenden Schuljahr am Landesgymnasium.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter Wernigerode, 18.08.2009

Willst du immer weiterschweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da.
Johann Wolfgang von Goethe (1827)

Schulleiterbrief 2/2008

Sehr geehrte Eltern, liebe Freunde und Förderer des Landesgymnasiums für Musik,
auch den Beginn dieses Schuljahres möchte ich nutzen, um auf diesem Weg Wichtiges für unsere gemeinsame Arbeit zur Sprache zu bringen.
Während des gesamten vorangegangenen Schuljahres war das Leben im Wohnheim durch umfangreiche Bauarbeiten am Haus 1, dem Plattenbau, erheblich beeinträchtigt. Aufgangweise mussten Zimmer geräumt und so Raum zum Umbau bei laufendem Betrieb geschaffen werden.
Das Ergebnis beweist: Es hat sich gelohnt geduldig diese Beeinträchtigungen zu ertragen und Trost in der Vorfreude auf die Fertigstellung des Projektes zu suchen. Aus einem für Internatszwecke denkbar ungeeigneten Stück Beton ist ein farbenfrohes Haus geworden, das die praktischen Ansprüche einer Gemeinschaftsunterkunft mit den gerade an einer kreativen Einrichtung wie der unseren stark ausgeprägten Wünschen nach individueller Gestaltung verbindet.
Den Architekten und den Bau ausführenden Firmen konnten wir im Rahmen der feierlichen Übergabe am 08. Mai 2008 im Beisein von Vertreten des Kultusministeriums, des Landesbaubetriebes und der Stadt Wernigerode unseren Dank aussprechen. Auch den Erziehern sei an dieser Stelle noch einmal für ihr Verständnis und allen Internatsschülern für ihr rücksichtsvolles Miteinander während dieser Zeit gedankt.
Vorerst vergessen sind angesichts dieses Schmuckstückes die langen wie ergebnislosen Diskussionen um eingebüßte Internatskapazitäten und vielleicht auch die (mit dem Umbau in keinem Zusammenhang stehenden) Gebührenerhöhungen. Wir haben aufmerksam registriert, dass es seitens der Landespolitik mit dieser Investition ein klares Bekenntnis zu unserem Schulstandort und die Zusage gab, bei auch zukünftig wachsenden Internatsschülerzahlen Ergänzungsbauten vornehmen zu wollen. Nicht vergessen sind natürlich die Personalsorgen, die uns seit den ersten Schulwochen im Wohnheim plagen. Die diesbezügliche Anfrage des Elternrates war der Schulleitung Anlass, mit dem Kultusministerium (als Träger) und dem Landesverwaltungsamt (als personalführender Stelle) Kontakt zur Erarbeitung eines langfristigen Personalkonzeptes für unser Internat aufzunehmen.
Das plötzliche Ableben unserer geschätzten Erzieherin Frau Astrid Giertz hat diese Situation weiter verschärft. Vor allem aber ist mit ihrem Tod eine Lücke in das Erzieherkollegium gerissen worden, die aufgrund ihres beispielhaften Engagements und ihrer Leidenschaft, mit der sie unsere, d.h. „ihre“ Internatskinder betreut hat, schwer zu füllen sein wird. Wir werden Astrid Giertz durch unsere tägliche engagierte Arbeit einen bleibenden Platz an unserem Gymnasium gewahren.
Neben der Lösung des momentan unhaltbaren Zustandes bei der personellen Versorgung insbesondere im Wohnheim steht die Nachwuchsgewinnung für unsere Einrichtung wieder an erster Stelle bei den für das Schuljahr 2008/09 zu benennende Prioritäten. Wenn Sie Möglichkeiten sehen, musikalisch Talentierte und Interessierte für unsere Schule zu begeistern, warten Sie bitte nicht erst auf die Fertigstellung des in der letzten Schulleiter-Info angekündigten Materials (November), sondern stellen Sie einfach den Kontakt mit unserer Schule her – sei es zu Schülern, Lehrern, Erziehern, der Schulleitung oder Verwaltung. Sie können aber auch gern auf eines der gerade um die Vorweihnachtszeit wieder zahlreichen Konzerte verweisen bzw. in unserem Namen herzlich zum nächsten „Tag der offenen Tür“ (am Samstag, dem 24. Januar 2009, von 10 bis 13 Uhr) einladen. Für diesen Anlass war von Frau Göttel im vergangenen Jahr ein pfiffiger Flyer in Form eines Lesezeichens entworfen worden, den wir neu aufgelegt haben. Sollten Sie potentielle Schüler und Elternhäuser kennen oder Kontakt zu Einrichtungen haben, in denen diese originellen Einladungen ausgelegt werden können, so können Sie diese über das Sekretariat bei Frau Schunck oder Frau Feltin oder auch über das Internat erhalten.
In vielen Klassen fanden zu Beginn des Schuljahres Elternversammlungen statt, auf denen z.T. neue Elternvertretungen gewählt wurden. Recht herzlich möchte ich den Damen und Herren danken, die sich der Interessen aller Elternhäuser ihrer Klassen annehmen. Die Zusammenkünfte der Schulelternrates finden jeweils unmittelbar vor den beiden Gesamtkonferenzen des Schuljahres statt, um diese Konferenzen und deren Beschlüsse vorzubereiten. Außerdem ist es eine willkommene Gelegenheit, neueste Entwicklungen der Schule zu diskutieren. Dazu zählte auf der Sitzung am 17. September 2008 die neue Organisation des Unterrichtsablaufes: Beginn für alle 7.30 Uhr und der Unterricht mehrheitlich in Doppelstunden. Über die Gründe war im Vorfeld lange diskutiert worden, ebenso über allerlei Einwände und mögliche Hindernisse. Ich darf Ihnen mitteilen, dass die übergroße Mehrheit der durch die Gesamtkonferenz repräsentierten Eltern, Lehrer und Schüler diese Veränderungen positiv bewertet. Die Vorteile, die bereits nach den ersten fünf Schulwochen zur Sprache kamen, überwiegen klar die wenigen (und vielleicht ja auch nur anfänglichen) Schwierigkeiten.
Jetzt muss es uns auch noch gelingen – z.B. über die Beschäftigung von Ein-Euro-Jobbern oder durch die Ausweitung des von den Familien Riemenschneider und Tiebe bereits praktizierten (groß-)elterliche Engagements – die Schülerbibliothek und das Computerkabinett an allen Nachmittagen für unsere Schüler zugänglich zu machen und das Beschäftigungsangebot im Internat zu erweitern.
Abschließend möchte ich es nicht versäumen, über die zum Schuljahreswechsel eingetretenen personellen Veränderungen an unserem Haus zu informieren: In den Ruhe- bzw. Vorruhesstand wurden die Lehrkräfte Herr Ehlert, Frau Brexendorff sowie Herr Kanitz verabschiedet. Von den Erzieherinnen haben Frau Meyer und Frau Hosang ihren Dienst beendet. Ihnen allen ein herzliches Dankschön für die jahrelang erfolgreich geleistete Arbeit. Neben zahlreichen vorübergehenden Abordnungen aus anderen Gymnasien ist mit Wirkung zum 01.08.2008 Frau Müller (Fachlehrerin für Mathe, Physik, Astronomie) zu uns versetzt worden. Zum 01.10.2008 hat Herr Fiala (Fachlehrer für Stimmbildung und Chorleitung) seine Arbeit aufgenommen. Ihnen wünschen wir einen guten Start am Landesgymnasium für Musik. Uns allen, die wir das Schuljahr 2008/09 in Angriff genommen haben, wünsche ich Kraft für die Bewältigung aller Aufgaben, die gerade ein solch kurzes Jahr fordert.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 30.10.2008

Schulleiterbrief 1/2008

Sehr geehrte Eltern, liebe Freunde und Förderer des Landesgymnasiums für Musik,
seit der Veröffentlichung der letzten Schulleiter-Information liegt eine ereignisreiche Zeit hinter uns, die mit einer Wucht in unseren Schulalltag eingetreten ist und diesen mit einer Vehemenz bestimmt hat, wie das im November, als ich Sie mit guten Wünschen in das neue Jahr verabschiedet habe, von niemandem von uns vorhergesehen werden konnte. Mit großer Bestürzung haben alle am Landesgymnasium Lehrenden und Lernenden vom Ableben ihres Kollegen, Chorleiters und Freundes Helko Siede erfahren. Sie teilen diese Erschütterung mit all jenen, die mit der Schule und dem Rundfunk-Jugendchor künstlerisch verbunden sind. Ich habe die Schulkonferenz am 17.04.2008 genutzt, um vor dem höchsten Entscheidungsgremium des Landesgymnasium für Musik noch einmal den Verlust auszudrücken, der durch den Tod Helko Siedes eingetren ist, und gemeinsam mit allen Anwesenden seiner mit einer Schweigeminute zu gedenken.
Zugleich gab uns der Rahmen dieser Konferenz, in der nicht zuletzt auch über Wege der zukünftigen Arbeit zu sprechen war, die Möglichkeit zu bekräftigen, wie sehr wir uns mit unserer künstlerischen Arbeit und des damit verbundenen Qualitätsanspruches dieses Chorleiters verpflichtet fühlen. Einen besonderen Dank sprach die Konferenz dem ehemaligen Leiter des Ensembles, Herrn Habermann, und dem Gründer und Ehrendirigenten des Rundfunk-Jugendchores, Herrn Prof. Friedrich Krell, dafür aus, dass sie in dieser Situation durch ein Höchstmaß an Engagement die Kontinuität der Probenarbeit und Konzertverpflichtungen sicherzustellen vermochten.
Die zweite Gesamtkonferenz des Jahres hielt in diesem Sinne Ausschau auf die vor uns liegenden Aufgaben und blickte auf ausgewählte Aktivitäten des laufenden Schuljahres zurück: Letztere reichten von unserer Teilnahme am regionalen „Kulturklint 2007“ über landesweite Aktivitäten im Rahmen der von Rundfunk-Jugendchor und Landesjugendchor gemeinsam vorbereiteten „H-Moll-Messe“ bis hin zum Besuch der ersten Schülerdelegation an der „Saint Ann’s High School“, Brooklyn (New York).
Die Ergebnisse der Arbeit am Schulprogramm „Index für Inklusion“ mögen für Außenstehende nicht sonderlich spektakulär klingen. Die Tatsache jedoch, dass Lehrer, Erzieher, Schüler, Eltern und Vertreter von außerhalb regelmäßig beraten, wie unsere Schule wachsen kann – quantitativ und qualitativ ! –, berechtigt zu der Hoffnung, dass dieser mühselige Weg ein Mehr an Mitbestimmung und Mitgestaltung jedes Einzelnen am Landesgymnasium bewirken kann. Für das neue Schuljahr konnten erfreuliche Zahlen vermeldet werden: Das Landesgymnasium für Musik wird aufgrund der weiter gestiegenen Nachfrage zum Schuljahrgang 5 erneut mit zwei 5. Klassen das Schuljahr beginnen und (trotz der anhaltend zurückhaltenden Bewerberlage zum Schuljahrgang 7) wiederum zwei 7. Klassen vorhalten dürfen. Ein deutlicheres Bekenntnis des Landes als Träger unserer Schule zum Erhalt und Ausbau unserer Einrichtung war in den letzten Jahren nicht zu vernehmen. Dies lässt uns voll Optimismus in die Zukunft sehen, nicht vergessend, dass es weiter vieler Arbeit bedarf, um möglichst noch mehr Interessenten auf unsere Schule aufmerksam zu machen. Dazu möchte ich alle Eltern und Schüler weiter ermutigen, denn die Ergebnisse erster Befragungen von neuen Schülern haben ergeben, dass es vor allem die Mund-zu-Mund-Propaganda ist, denen Bewerber ihre ersten Informationen über das Landesgymnasium verdanken.
Gleichwohl wollen wir unsere öffentliche Darstellung weiter professionalisieren. Aus diesem Grund ist es mit Unterstützung des Fördervereins gelungen, Kontakt mit Fachleuten herzustellen, die uns bei der Ausarbeitung eines Corporate Design behilflich waren. Nachdem der Gesamtkonferenz erste Proben (inklusive unten vorab veröffentlichtes Logo) vorgestellt werden konnten, hoffen wir, noch bis zum Herbst (wenn die Hoch-Zeit der Werbeaktivitäten einsetzt) allen die neue Informationsbroschüre zur Nutzung, d.h. zur Werbung, überlassen zu können.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 04.05.2008

Schulleiterbrief 2/2007

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
in dieser Woche herrscht auf dem Marktplatz, unweit unserer Schule, reges Treiben: Die Verantwortlichen der Stadt Wernigerode und die Gewerbetreibenden sind damit beschäftigt, den traditionellen Weihnachtsmarkt vor dem historischen Rathaus aufzubauen, damit die „Bunte Stadt“ noch ein bisschen farbenfroher wird.
Bereits seit den Herbstferien, als die großen Chöre im Chorpraktikum und die Kinderchöre unmittelbar danach ihr Repertoire für die Weihnachtszeit einstudierten, können aufmerksame Passanten bereits diese oder jene Adventsweise aus den Räumen des Landesgymnasiums für Musik vernehmen - wird doch die Zeit der Chorproben und des Unterrichtsbeginns von allen eifrig für Übungszwecke dieser Weihnachtsliteratur genutzt.
An diesem Freitag, dem 30.11.2007, beginnt der Wernigeröder Weihnachtsmarkt, und am selben Abend eröffnet der Kammerchor des Rundfunk-Jugendchores unseres Gymnasiums in der Schlosskapelle die Reihe vorweihnachtlicher Konzerte. Jedes Wochenende und auch vereinzelt in der Woche werden alle vier Chöre unserer Schule in und um Wernigerode sowie in anderen Bundesländern zu erleben sein. Ein Höhepunkt ist sicher das Adventskonzert am 01. Dezember im „Alten Lyceum“, wenn sich vor allem Eltern, Verwandte, Lehrkräfte und Wernigeröder Stammzuhörer vom Rundfunk-Jugendchor auf die bevorstehende Weihnachtszeit einstimmen lassen. Der Mädchenchor wird auch in diesem Jahr wieder in Quedlinburg (Blasii-Kirche) und Wernigerode (St. Marien) auftreten und, wenn man sich der überwältigenden Reaktion des Publikums in den letzten Jahren erinnert, dort fast ein „Heimspiel“ bestreiten. Ebenso erfreulich ist es, dass die Kinderchöre wiederum zur musikalischen Ausgestaltung des hiesigen Weihnachtsmarktes, aber auch von Veranstaltungen im Landkreis beitragen werden. Besonders hervorzuheben gilt, dass der Chor der Klassen 7 und 8 trotz des erst zu Beginn des Schuljahres erfolgten Chorleiterwechsels bereits ein umfangreiches und auch neues Programm auf die Beine stellen konnte, mit dem die Jungen und Mädchen unter der Leitung von Herrn Drebenstedt unter anderem im Rathaus von Wernigerode (15.12.) und in der Alten Kirche von Bad Suderode (16.12.) gastieren werden.
Diese Konzerte werden allen Sängerinnen und Sängern sicher verdienter Lohn lang anhaltender Probenarbeit sein. Gleichzeitig sollen sie mithelfen, die Bekanntheit der Schule weiter zu erhöhen und noch mehr sangesfreudige Kinder und Jugendliche für das Landesgymnasium für Musik zu interessieren. Wir werden im Rahmen der Konzerte nicht nur akustisch auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen versuchen: Gerade vor und nach den Konzerten können wir den Gästen die große Zahl der von unseren Chören eingespielten CDs anbieten. Das jüngste Produkt, ein Konzertquerschnitt des Rundfunk-Jugendchores, kommt in diesen Tagen unter dem Titel „Wach auf, meins Herzens Schöne“ auf den Markt und findet damit für diesen oder jenen vielleicht sogar den Weg auf den Gabentisch. Wir werden die Gelegenheit aber auch dazu nutzen, um auf unseren „Tag der offenen Tür“ am Samstag, dem 26. Januar 2008, von 10 bis 13 Uhr, aufmerksam zu machen. Vielleicht gelingt es uns in diesem Jahr auf eine noch etwas ansprechendere Art und Weise, Interessenten dieses Datum nahezubringen, da wir durch das Engagement eines Elternhauses erstmals kleine, lesezeichengroße Flyer verteilen können, die den Kern unserer Ausbildung zusammenfassend darstellen, an den „Tag der offenen Tür“ erinnern und gleichzeitig in ihrer originellen Motivsprache eine auch subtile emotionale Botschaft unseres Hauses in die Öffentlichkeit tragen. Herzlichen Dank dafür, Frau Göttel!
Wer diese oder andere Flyer der Schule gern für Werbezwecke im Sinne der Schule nutzen möchte, kann sich gern an unser Sekretariat wenden (03943/632018).
Elterliche Unterstützung haben wir in diesem Jahr auch an anderer Stelle erfahren können: Herr Tiebe hat von Schuljahresbeginn an, als unsere Bibliothek wegen Personalmangels zu verwaisen drohte, mehrmals in der Woche Stunden lang diesen Arbeitsraum beaufsichtigt und damit den Schülern einen gern genutzten Arbeitsplatz bewahrt. Nun, da wir seit Anfang November durch eine Beschäftigungsagentur täglich über eine Arbeitskraft für die Bibliothek verfügen, lässt er es sich nicht nehmen, trotzdem regelmäßig vor Ort zu sein und den Schülern wie auch den Lehrkräften seine Hilfe anzubieten. Auch dafür ist die Zeit vor Weihnachten eine passende, um Danke zu sagen.
Bei der Aufzählung der verschiedenen Konzertaktivitäten in der Vorweihnachtszeit sei der vielleicht anrührendste am Ende ein wenig herausgestellt: Am Donnerstag, dem 20.12., werden sich die Schüler, Lehrkräfte, Erzieher und Mitarbeiter um 10.00 Uhr beim gemeinschaftlichen Weihnachtssingen in der Liebfrauenkirche in Wernigerode wie jedes Jahr stimmungsvoll in die Weihnachtsferien verabschieden. Dann wird eine anstrengende, aber auch schöne Zeit des Jahres hinter uns allen liegen, die uns zurecht die vor uns liegenden freien Tagen herbeisehnen lässt - nach denen wir uns mit der gleichen Selbstverständlichkeit aber auch wieder auf die vor uns liegende Zeit gemeinsamer Arbeit freuen werden. In diesem Sinne wünsche ich allen, die an der Arbeit des Landesgymnasiums für Musik aktiv beteiligt sind, die es in unterschiedlicher Form unterstützen oder sich einfach nur interessiert an unserem Tun zeigen:
F r o h e  W e i h n a c h t e n.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 29.11.2007

Schulleiterbrief 1/2007

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
mit dem heutigen Tag hat wieder ein neues Schuljahr begonnen. Für die gerade erst aufgenommenen Schüler des 5. Schuljahrganges beginnt damit zugleich ein neuer Abschnitt auf ihrem Bildungsweg, dem viele dieser Schüler bereits seit der ersten Zusammenkunft mit den neuen Mitschülern und Klassenlehrern im Juni entgegengefiebert haben. Möge dieser Weg möglichst viele von ihnen bis zur höchsten schulischen Qualifikation, dem Abitur, führen. Liebe Eltern, was wir, die Lehrer, Erzieher, Schulleitung und anderen Mitarbeiter des Landesgymnasiums für Musik dafür tun können, um die nächsten Jahre für Ihre Kinder erfolgreich zu gestalten, wollen und werden wir tun.
Auch für die Schüler, die bereits seit mindestens einem Schuljahr am Landesgymnasium für Musik lernen, hat heute eine spannende Zeit begonnen. Mit der Verabschiedung der sogenannten „Doppelabiturjahrgänge“ 12 und 13 vor zwei Monaten ist fortan die Normalität eines Abiturs nach nunmehr acht gymnasialen Schuljahrgängen bei uns eingezogen. Die besondere Herausforderung, vor die sich alle Schulen im Land Sachsen-Anhalt in den vorangegangenen Jahren gestellt sahen, als es galt, zwei unterschiedliche Jahrgänge mit unterschiedlicher Schuldauer auf die gleichen Abschlussanforderungen vorzubereiten, haben wir erfolgreich bewältigt. Nicht nur haben die Abiturienten unserer Schule mit einem Notendurchschnitt von 2,14 wiederum deutlich unter dem landesweiten Abiturdurchschnitt gelegen, sondern sie haben im direkten Vergleich der Gymnasien der Harzlandkreise das beste Abiturergebnis erreicht. Damit haben sie sich und auch den zukünftigen Schülergenerationen am Landesgymnasium bewiesen, dass sich schulische und künstlerische Höchstleistungen nicht ausschließen, sondern sich nicht selten sogar bedingen. Diese hervorragenden Ergebnisse des Schuljahres 2006/07 sind durch eine zielgerichtete und effektive Arbeit aller am Landesgymnasium für Musik Lehrenden und Lernenden möglich geworden. Dass beinahe alle Abiturienten bereits weit nach ihrer letzten Prüfung und sogar nach Ferienbeginn beim Galakonzert des Rundfunk-Jugendchores und des Mädchenchores Wernigerode, den beiden Leistungschören unserer Einrichtung, noch einmal in den Reihen ihrer Chorformationen vereint zu finden waren, um im Rahmen des 5. Internationalen Johannes-Brahms-Chorwettbewerbes den Gästen und sich selbst ein eindrucksvolles Abschiedskonzert zu bieten, zeugt auch davon, dass die sehr zeitintensive und anstrengende künstlerische Arbeit der vergangenen Jahre, die immer auch zusätzlich zu dem normalen Arbeitspensum eines Gymnasiasten geleistet werden musste, letztlich von allen geleistet werden konnte, da die einst getroffene Wahl für unsere Schule auch bedeutete, dass solche anspruchsvolle künstlerische Betätigung von diesen Schülern geleistet werden wollte. Wir wünschen unseren nunmehr „Ehemaligen“ einen guten Start auf der nächsten Etappe von Berufsvorbereitung, Studium und Persönlichkeitsentwicklung. Sollten sich möglichst zahlreiche von Ihnen, aber auch Eltern oder Partner unserer Schule und seiner Chöre zur aktiven (weiteren) Mitarbeit entschließen, so lade ich Sie im Namen des Fördervereins des Landesgymnasiums für Musik herzlich zur Mitgliedschaft ein. Satzung und Aufnahmeformulare finden Sie unter dem entsprechenden Link auf unserer Homepage. Die nächste Mitgliederversammlung des Vereins findet am Samstag, dem 29. September 2007, um 11.00 Uhr in der Aula Kanzleistraße statt.
Anlässlich des 15-jährigen Gründungsjubiläums unseres Kinderchores im Juni 2007 überreichte der Oberbürgermeister von Wernigerode, Herr Ludwig Hoffman, dem Ensemble ein „Hickeding“, um die wunderbare gleichnamige Klanginstallation des Chores im Rahmen der Landesgartenschau zu würdigen. Hickedinger sind alte, überlieferte Harzer Sagengestalten, die sich in den hiesigen Wäldern herumtreiben und dem Haus, in dem sie sich niederlassen, Glück bringen und das Geld vermehren. Seit kurzem hat diese Figur im Flur unserer Schule einen dekorativen Platz gefunden. Möge sie ihrer Aufgabe, das Glück zu vermehren, an ihrem neuen Ort lange gerecht werden.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 30.08.2007

Schulleiterbrief 2/2006

Landesgymnasium für Musik Wernigerode
- Pressemitteilung -
Arbeitsbesuch des Kultusministers Prof. Olbertz am Landesgymnasium für Musik am 28.11.2006
Der Kultusminister, Prof. Olbertz, nutzte die Gelegenheit der auswärtigen Kabinettssitzung in Wernigerode für einen Besuch bei „seinem Gymnasium“. Die jüngsten Aktivitäten des Landkreises Wernigerode zum Erhalt der hiesigen Gymnasien in der Trägerschaft des Landkreises, d.h. Überlegungen, mit dem Land in Verhandlungen über die Übernahme des Musikgymnasiums zu treten, bestimmten das Gespräch mit Vertretern der Schule vor Ort.
Minister Olbertz stellte klar, dass eine Schließung dieses renommierten Gymnasiums nie zur Diskussion stand und steht. Er hob hervor, dass die Arbeit auf dem Gebiet der musikalischen Hochbegabtenförderung am Standort Wernigerode nicht in Frage gestellt werde. Mögliche Fusionspläne mit einem Gymnasium in Wernigerode würden nur in einer Notlage, z.B. bei etwaigem und anhaltendem Schülermangel, erwogen werden. Gleichzeitig machte der Kultusminister klar, dass der Erhalt des Musikgymnasiums als selbständige Einrichtung in Landesträgerschaft in den Überlegungen seines Ministeriums Priorität vor möglichen Strukturveränderungen besitze, die aus seiner Sicht ohnehin nicht, wie vom Kreistag beabsichtigt, bereits zum neuen Schuljahr etabliert werden könnten.
Als Schulleiter kann ich feststellen, dass die vom Minister skizzierte Notlage dann eintreten würde, wenn es nicht gelingt, die für die Einrichtung neuer Anfangsklassen in den Schuljahrgängen 5 und 7 erforderlichen je 20 musikalisch begabten Schüler aufzunehmen. Angesichts der bereits jetzt vorliegenden Bewerbungen und der Erfahrungen mit den Eignungsprüfungen aus den letzten Jahren kann ich sagen, dass wir die erforderliche Schülerzahl zum neuen Schuljahr nicht unterschreiten werden.
Die seit 2004 veränderten Vorschriften zur Aufnahme an unserer Einrichtung haben für uns – trotz unverändert konstanter Schülerzahlen! - vorübergehend eine Ausnahmeregelung für den siebenten Schuljahrgang notwendig gemacht. Andere in der Öffentlichkeit kolportierte oder in den Diskussionsforen der Parteien diskutierte Ausnahmegenehmigungen zum Fortbestand dieser Einrichtung existieren nicht. In der an Sagen reichen Harzregion gehören auch solche Verlautbarungen in das Reich der Legenden.
Wir nehmen bis zum 05. Februar 2007 Bewerbungen für den neuen 5. Schuljahrgang (immer einzügig) und 7. Schuljahrgang (auch weiterhin zweizügig) entgegen. Die Eignungsprüfungen werden in der Zeit vom 16. bis 24. Februar 2007 durchgeführt. Interessenten können sich zuvor am 27. Januar 2007 beim „Tag der offenen Tür“ einen Eindruck von der engagierten und erfolgreichen Arbeit in der Schule und im Internat verschaffen. Oder sie besuchen eines unserer zahlreichen Chorkonzerte in der Vorweihnachtszeit.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 3011.2007

Schulleiterbrief 1/2006

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
obwohl das neue Jahr gerade vier Monate alt ist, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um die sehr ereignisreiche Zeit seit meinem letzten Informationsschreiben Revue passieren zu lassen und einige Höhepunkte des Jahresbeginns besonders zu beleuchten.
Während der Wintermonate, zu einer Zeit also, als schon aus meteorologischen Gründen nur sehr wenig von der bevorstehenden Landesgartenschau zu spüren war, haben wir uns den Frühling (zumindest musikalisch) ins Haus geholt: Der Kinderchor der Klassen 7 und 8 hat während eines Projektes unter der inspirierenden Anleitung Gunter Bergers –Chorleiter des MDR-Kinderchores - eine Akustikinstallation realisiert, die die Besucher der Gartenschau in ein „Zauberwäldchen“ voll merkwürdiger und märchenhafter Wesen eintauchen lässt. Diese Auftragsarbeit wird von den Mädchen und Jungen inzwischen zu einer szenischen Präsentation weiterentwickelt, deren erste Ergebnisse am vergangenen Samstag bei unserem zweiten „Tag der offenen Tür“ vorgestellt werden konnten.
Obwohl wir bereits im November unsere Gebäude für Interessenten geöffnet hatten, waren wir vom großen Zuspruch dieses neuerlichen „Tages der offenen Tür“ sehr angenehm überrascht. Zum einen nutzten viele zukünftige Schüler diese Möglichkeit, nachdem sie die Aufnahmeprüfungen im Februar/März erfolgreich absolviert hatten, mit ihren Eltern noch einmal genauer hinter die Kulissen unserer, d.h. bald auch ihrer Schule zu blicken und mit den Fachlehrern ins Gespräch zu kommen. Andererseits waren sehr viele neue Gesichter unter den Besuchern, die sich mit dieser Stippvisite auf die letzten Eignungstests am 9. Juni vorbereiten wollten. Nicht wenige der Elternhäuser waren durch die sehr kollegiale Kooperation, die wir mit verschiedenen Grundschulen aufbauen konnten, gezielt zu diesem Tag nach Wernigerode eingeladen worden. Dafür auch von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die betreffenden Schulleiter und Musiklehrer.
Einigen Elternhäusern war auch von ehemaligen Schülern des Landesgymnasiums für Musik berichtet worden, dass es da „hinter den sieben Bergen“ ein Internatsgymnasium gibt, dass sich der besonderen musikalisch-künstlerischen Förderung begabter Kinder annimmt. Gerade auf dieses Engagements unserer Ehemaligen sind wir angewiesen, und wir wollen es weiter ausbauen. Als Initialzündung dient uns das Ehemaligentreffen aus Anlass des 55. Geburtstages des Rundfunk-Jugendchores Wernigerode, das wir am 22. April mit mehreren hundert Gästen gefeiert haben. Mehr als 200 Absolventen haben gemeinsam mit den aktuellen Besetzungen des RJC und des Mädchenchores im „Chor der Ehemaligen“ stimmgewaltig musiziert und so für ein unvergessliches musikalisches wie auch emotionales Erlebnis gesorgt. Der Gemeinschaftssinn zwischen denen, die heute am Landesgymnasium für Musik lehren und lernen, und denen, die dies bis vor kurzem hier, in der weiter zurückliegenden Vergangenheit an den Spezialklassen für Musikerziehung oder sogar in den ersten Jahrgängen der „Gerhart Hauptmann Oberschule“ taten, war in jeder Minute dieses Tages spürbar: Beim geduldigen Einreihen in die nicht abreißen wollende Schlange angemeldeter Teilnehmer, beim zweieinhalbstündigen Proben in der Aula Kanzleistraße, beim Konzert unter der Leitung von Professor Friedrich Krell, Peter Habermann und Helko Siede sowie schließlich beim abendlichen Ball. Dass die Leitung von Landesgymnasium und Rundfunk-Jugendchor im Rahmen dieser Veranstaltung dem Gründer und langjährigen Chorleiter Friedrich Krell den Titel des „Ehrendirigenten des Rundfunk-Jugendchores Wernigerode“ verliehen hat, trug maßgeblich dazu bei, diesem Ereignis eine weitere besondere Note zu verleihen. Möge die Inspiration dieses Tages lange als fruchtbarer Boden für weitergehende Aktivitäten am Landesgymnasium für Musik mit allen seinen Ehemaligen genutzt werden können. Die im Verlauf des Ehemaligentreffen von uns akribisch erfragten persönlichen Daten zu Ausbildungsweg und beruflichem Hintergrund der Ehemaligen werden von uns auch dafür genutzt werden, um die Absolventen nach Möglichkeit kontinuierlicher in unsere tägliche Arbeit einbinden und so von ihrem Know-How profitieren zu können. Ein erster Versuch dazu wird am 20. Mai gestartet, wenn die erste „Jobbörse“ unserer Schule unter kräftiger Mitwirkung von Referenten, die z.T. selbst hier die Schulbank gedrückt haben, den Oberstufenjahrgängen des Landesgymnasiums Informationen über und Einblicke in Studiengänge und Ausbildungswege anbieten. Diese Veranstaltung ist maßgeblich auf Initiative und aufgrund des Engagements der Elternschaft zustande gekommen. Ein herzliches Dankeschön deshalb bereits von hier aus an Frau Grahmann.
Bevor es für den aktuellen Abiturjahrgang allerdings soweit ist, den neuen Ausbildungs- und Lebensabschnitt in Angriff zu nehmen, müssen die Abiturprüfungen erfolgreich absolviert werden. Bis gestern hieß, in den schriftlichen Prüfungen zu schwitzen. Bald folgen noch die mündlichen Examen. Wie gerade dieser 13. Schuljahrgang den Spagat zwischen abiturrelevanten schulischen Notwendigkeiten einerseits und künstlerischen Erfordernissen andererseits bewältigte (genannt seien neben dem Konzert zum Ehemaligentreffen nur die Eröffnungsveranstaltung der Landesgartenschau zu Ostern und der bevorstehende Deutsche Chorwettbewerb in Kiel), verdient unsere Hochachtung. Ich bin mir sicher, dass davon auch für kommende Jahrgänge ein wichtiges Zeichen in puncto Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit ausgeht, mit denen sich auch diese 13. Klassen bald stolz in die Schar der Ehemaligen einreihen werden.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 09.05.2007

Schulleiterbrief 1/2005

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
die Schüler unserer Einrichtung haben sich soeben mit dem traditionellen Weihnachtssingen in die Ferien verabschiedet. Nachdem sie während der zurückliegenden Wochen vielerorts andere Menschen stimmungsvoll durch die Adventszeit begleitet haben, bot diese Stunde der Besinnung die seltene Gelegenheit, um sich, für- und miteinander singend, selbst auf die bevorstehende Weihnachtszeit einzustimmen. Viele ehemalige Schüler und Mitarbeiter hatten ebenfalls den Weg in die Liebfrauenkirche gefunden, weil ihnen diese traditionsreiche Stunde offensichtlich ein liebgewordener Moment inmitten der eigenen Aktivitäten vor dem Fest ist. Bevor auch Sie hoffentlich im Familienkreis ein paar Tage der Ruhe und Besinnung genießen können, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um in wenigen Sätzen das vergangene Jahr und die vor uns liegenden Aufgaben skizzieren.
Mit dem Abschluss der Umbauarbeiten in unserem Haupthaus Kanzleistraße verfügt das Landesgymnasium mit Beginn des Schuljahres 2005/06 nunmehr über optimale Arbeitsbedingungen. Nachdem die Räumlichkeiten im Gebäude „Altes Lyceum“ seit dem Ende der 1990er Jahre bereits den Erfordernissen der musikalischen Spezialausbildung entsprechend hergerichtet worden waren, ist nunmehr auch das Gebäude des ehemaligen „Fürstin-Anna-Lyzeums“ in jeder Hinsicht präsentabel. Während des ersten „Tages der offenen Tür“ in diesem Schuljahr haben sich viele Besucher lobend über die neue und auch farbenfrohe Ausstrahlung des Gebäudes gezeigt – unter ihnen nicht wenige Anwohner und Ehemalige der Einrichtung. Mögen auch diese äußeren Gegebenheiten dazu beitragen, die Ausbildung an unserem Haus für zukünftige Schülergenerationen attraktiv zu machen. All jenen, die im November keine Möglichkeit des Besuches hatten, sei der zweite „Tag der offenen Tür“ am 06. Mai 2006 (von 10-13 Uhr) empfohlen.
Nachdem der Rundfunk-Jugendchor und der Mädchenchor des Landesgymnasiums im vergangenen Frühjahr beim Landeschorwettbewerb jeweils Sieger ihrer Kategorien gewonnen waren, findet im Mai 2006 in Kiel der Deutsche Chorwettbewerb statt. Als Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt werden sie sich gemeinsam mit dem Kammerchor Wernigerode (dem Chor der Ehemaligen des Rundfunk-Jugendchores) mit den besten Chören Deutschlands messen. Keine Frage, dass dies der künstlerische Höhepunkt des kommenden Jahres sein wird, für den wir den Akteuren bereits jetzt gutes Gelingen wünschen.
Die ehemaligen Chorsänger spielen 2006 auch in anderer Hinsicht eine große Rolle in unserer Planung: Am 22. April findet zum wiederholten Mal ein Ehemaligentreffen statt, zu dem all jene, die gern wieder einmal im für diesen Anlass zusammengestellten Chor der Ehemaligen mitsingen oder sich beim Festball einfach nur mit ehemaligen Mitschülern und Lehrern unterhalten wollen, aufs herzlichste eingeladen sind. Wir freuen uns auf die einmalige Gelegenheit, die aktuellen Besetzungen des Rundfunk-Jugendchores und Mädchenchores unter der Leitung von Helko Siede und Bertram Zwerschke sowie den stimmgewaltigen und verschiedenste Generationen umfassenden Ehemaligenchor unter Friedrich Krell und Peter Habermann zu erleben.
Bis es soweit ist, werden die Monate von intensiver Probenarbeit in den Chören geprägt sein, die auch die Vorbereitungen für unsere Beiträge im Rahmen der Landesgartenschau 2006 umfasst. Die „Großen“ werden zur künstlerische Ausgestaltung der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung beitragen, und die „Kleinen“, d.h. der Kinderchor der Klassen 7 und 8, übernimmt die Produktion eines Klangprojektes im sogenannten „Zauberwäldchen“, das gemeinsam mit Studenten und Mitarbeitern der Universität Leipzig entwickelt wird. Gleichzeitig stehen diese Monate auch wieder im Zeichen der vom 17. Februar bis 11. März für die zukünftigen Jahrgänge 5 und 7 stattfindenden Eignungs- und Aufnahmeprüfungen (für Interessenten höherer Jahrgänge führen wir die Tests noch bis Juni durch). Die zukünftige Qualität unserer Arbeit wird nicht zuletzt davon geprägt sein, wie viele und vor allem wie viele musikalisch begabte, schulisch souveräne und sozial kompetente junge Menschen den Weg zu uns finden. Wenn Sie Möglichkeiten haben, auf unsere Einrichtung und die mit der Aufnahme verbundenen Aufnahmeprüfungen hinzuweisen, würde uns Ihr diesbezügliches Engagement sehr freuen. Interessenten können Informationen dazu auf dieser homepage oder auch per Telefon im Sekretariat [03943/632018] erhalten.
Wenn wir auch im laufenden Schuljahr den Abiturjahrgang wiederum mit einem Notendurchschnitt entlassen wollen, der mindestens so gut ist wie der des Landes Sachsen-Anhalt insgesamt, so bedeutet das auch, bei all den künstlerischen Höhepunkten nicht die kontinuierliche Arbeit in den allgemeinbildenen Fächern zu vernachlässigen. Die oben beschriebenen Rekonstruktionsarbeiten haben auch für die Naturwissenschaften und Fremdsprachen die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert. Mögen sich diese positiven Veränderungen gleichsam förderlich auf das Arbeitsklima und die Arbeitsergebnisse auch dieser Fächer und auf die Abiturergebnisse auswirken.
Dem Sommer werden wir, d.h. die Lehrer und Schüler, natürlich vor allem aus diesem Grund erwartungsvoll entgegenblicken. Darüber hinaus gibt es jedoch noch zwei weitere Aspekte, die unsere Aufmerksamkeit verdienen und deshalb hier genannt werden sollen: Im Zuge des Ganztagsschulprogramms von Bund und Land wird es möglich sein, die Rekonstruktion des Plattenbaus im Internat in Angriff zu nehmen. Für ein Schuljahr soll auch dieses museal anmutende Zeugnis wenig geglückter Vor-Wende-Architektur mit hohem finanziellen Aufwand von Grund auf rekonstruiert werden. Das wird nur bei laufendem Schul- und Internatsbetrieb möglich sein und von allen Beteiligten, insbesondere den Internatsschülern, ihren Eltern und den Erziehern ein Höchstmaß an Kooperation und Verständnis erfordern. Da sich alle Betroffenen sicher einig sind in der Vorfreude auf das zum Sommer 2007 fertiggestellte moderne Wohnheimensemble, werden wir auch diese Zeit gemeinsam meistern. Im Rahmen dieses Ganztagsschulprogramms beteiligt sich die Schule seit Beginn des Schuljahres an einem Projekt der Schulentwicklung („Index für Inklusion“), das gemeinsam mit dem Institut für Pädagogik der Martin-Luther-Universität und acht ausgewählten Ganztagsschulen Sachsen-Anhalts gestartet wurde. In dem Maße wie sich die baulichen Arbeitsbedingungen schrittweise verbessern, wollen wir daran arbeiten, auch die täglichen Arbeitsinhalte an unserer Einrichtung kritisch zu überprüfen und den neuen Gegebenheiten entsprechend anzupassen. Mitstreiter insbesondere aus den Reihen der Eltern sind sehr erwünscht. Sollte sich unter den Ehemaligen oder Förderern unserer Schule jemand für dieses auf zunächst zwei Jahre angesetzte Projekt interessieren und sich eine Mitarbeit im „Index- Team“ als sogenannter „kritischer Freund“ vorstellen können, so ist dieses Mittun – als besonders praktische Form der Ehemaligenarbeit und Fördertätigkeit – jederzeit willkommen (Meldungen bitte per e-mail oder Telefon an die Schule).
Auch geografisch wollen wir im neuen Jahr unseren Horizont erweitern: Der Mädchenchor wird in den Pfingstferien nach Schottland aufbrechen und dort vom 26.05. bis 06.06. konzertieren. Der Rundfunk-Jugendchor beginnt in den Herbstferien eine Tournee, die zwei Wochen lang durch verschiedene Metropolen Japans führen wird. Es freut mich, dass es nach längerer Zeit wieder möglich geworden ist, solch attraktive Konzertfahrten für die Sängerinnen und Sänger zu organisieren.
Dafür, aber auch für all die anderen Aktivitäten, die in den kommenden zwölf Monaten geplant sind, sind Zuwendungen, seien sie logistischer, organisatorischer oder aber finanzieller Art, jederzeit herzlich willkommen. So wie die Kollekte am Ende des Weihnachtssingens spontan 900 Euro (!) für diese Projekte erbrachte, wird es sicher genügend Gelegenheiten geben, um Unterstützung zu organisieren. Stellvertretend sei an dieser Stelle Frau Ehrhard und Frau Borchert gedankt, die zum wiederholten Male das traditionelle Weihnachtskonzert in unserem „Alten Lyceum“ kulinarisch umrahmt und den erzielten Gewinn dem Förderverein und damit dem Landesgymnasium zur Verfügung gestellt haben. Für das Jahr 2006 gebe ich Ihnen allen die herzlichsten Wünsche nach Gesundheit sowie beruflichem und privatem Wohlergehen mit auf den Weg. Für die Hilfe, die wir während der vergangenen zwölf Monate in Anspruch nehmen durften, sei auf diesem Weg recht herzlich gedankt. Auf die Unterstützung, die wir hoffentlich auch in der Zukunft werden erfahren dürfen, freue ich mich schon jetzt.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 22.12.2005

Schulleiterbrief 2/2004

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
eine etwas längere Zeitspanne liegt zwischen dem letzten und diesem Informationsschreiben, mit dem ich mich als Schulleiter wieder an all jene wenden möchte, die den Weg des Landesgymnasiums für Musik Wernigerode aufmerksam verfolgen - sei es, weil Ihr Kind diese Einrichtung besucht, Sie selbst die Schulbank bei uns gedrückt haben mögen (als wir möglicherweise noch als "Spezialklassen für Musikerziehung" firmierten), Sie sich vielleicht noch um einen Ausbildungsort für Ihr Kind umsehen (und dabei zufällig oder gezielt bei uns vorbeischauen) oder weil Sie vielleicht einfach Anteil nehmen möchten am Wachsen und Werden unserer Schule.
Zwischen den Zeilen der letzten Schulleiter-Information konnten Sie neben dem Stolz über die erfolgreich absolvierte Konzertsaison auch die innere Aufregung über den bevorstehenden "Tag der offenen Tür" in Vorbereitung des Schuljahres 2004/05 herauslesen. In diesem Jahr haben wir diese Form der Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsgewinnung bereits zur Hälfte hinter uns: Aufgrund veränderter Aufnahmetermine, die uns durch das Kultusministerium vorgegeben wurden, haben wir bereits im November unsere Türen geöffnet, damit sich Interessenten noch vor den an den Grundschulen zu erstellenden Schullaufbahnempfehlungen vor Ort einen Einblick in unsere Arbeit verschaffen können. Da wir wissen, dass Fragen zum neuen Schuljahr, also auch nach einer Einrichtung mit inhaltlichem Profil, in den meisten Familien erst im Frühjahr auf der Tagesordnung stehen, werden wir natürlich auch dann noch Schüler zu den Eignungsprüfungen zulassen und deshalb am Samstag, dem 23.04.2004, einen weiteren "Tag der offenen Tür" durchführen. Sollten Sie von dem ersten nichts erfahren haben oder überhaupt erst jetzt auf uns aufmerksam geworden sein, so möchte ich Sie recht herzlich einladen, an diesem Tag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr unseren Chören bei den Proben und unseren Schülern und Kollegen bei der Arbeit zuzuschauen. Vielleicht hat dieser oder jener jugendliche Besucher sogar Lust, sich musikalisch-künstlerisch auszuprobieren, sein Wissen in diversen Fachbereichen zu testen, naturwissenschaftlich zu experimentieren (Der "Dickmann-Test" der Physiker war auch dieses Jahr wieder der Renner!) oder sich einfach nur von der Atmosphäre in unserem "Alten Lyceum" einfangen zu lassen.
Das gemeinsame Präsentieren von Unterrichtsergebnissen der musikalischen und allgemein bildenden Unterrichtsbereiche zu einem Anlass wie diesem ist immer wieder ein überzeugendes Argument, um allen Besuchern vor Augen zu führen, dass das von uns propagierte Ausbildungsziel des allgemein gültigen Abiturs (als Hochschulreife für alle Studiengänge) bei gleichzeitig exzellenter hochschulvorbereitender musikalischer Spezialausbildung kein Lippenbekenntnis ist, sondern von jeder Lehrerin und jedem Lehrer in seinem Unterricht und in den vielfältigen zusätzlichen Angeboten gelebt wird. Der letzte Abiturjahrgang, den ich gemeinsam im Juli des Jahres mit dem Kollegium im Rathaus unserer "bunten Stadt" feierlich entlassen durfte, ist mit einem Jahrgangsdurchschnitt von 2,2, zum wiederholten Male unter dem Landesdurchschnitt geblieben und hat so demonstriert, dass am Landesgymnasium für Musik gute und sehr gute Abiturergebnisse nicht etwa möglich sind, obwohl - nein, gerade auch weil man eine zweite, eine musikalisch-künstlerische Ausbildung absolviert. Mit der Bastian-Studie vor 6 Jahren konnte der förderliche Einfluss regelmäßigen Musizierens auf die kognitiven Fähigkeiten wissenschaftlich nachgewiesen werden. Wer offenen Auges und Ohres den Schulalltag unserer Schüler verfolgt - und den soll ein "Tag der offenen Tür" ja beispielhaft abbilden -, wird sehr schnell zu ähnlichen Beobachtungen gelangen.
Im Moment befinden wir uns in einer der Hoch-Zeiten des Schuljahres. Die Chöre feilen an den Weihnachtsprogrammen, die in wenigen Tagen vielerorts zu Gehör gebracht werden. Wer Interesse hat, kann an jedem der Adventswochenenden Chöre unserer Einrichtung erleben: neben den traditionellen Konzerten in und um Wernigerode führen Konzertfahrten dieses Jahr nach Brühl, Thüringen und ins Erzgebirge (Rundfunk-Jugendchor), in den Vorharz sowie nach Mecklenburg-Vorpommern (Mädchenchor). Besonders freut uns die Einladung in den Landtag nach Magdeburg, wo der Rundfunk-Jugendchor die Parlamentarier am 16. Dezember im Anschluss an die letzte Sitzung des Jahres auf das Weihnachtsfest einstimmen wird. Am 09. November hatte der Chor bereits die Festveranstaltung des Landes anlässlich des 15. Jahrestages der Grenzöffnung in Marienborn in Anwesenheit von Ministerpräsident Böhmer musikalisch umrahmen und so bei der Politprominenz Sachsen-Anhalts seine Visitenkarte hinterlegen dürfen.
Auch unter schulischen, d.h. unterrichtlichen Gesichtspunkten befinden wir uns in einer anstrengenden Zeit. In vielen Fächern werden Klausuren geschrieben, und das erste Schulhalbjahr nähert sich bereits langsam seinem Ende. Da Erfolge im Fachunterricht und in der künstlerischen Arbeit nur mit Kontinuität und schwerlich über den Umweg abgekoppelter Arbeitsphasen zu erreichen sind, bedeutet das von allen Beteiligten, sich noch mehr als sonst abzustimmen und Kenntnis voneinander zu nehmen. Um die Arbeit gerade in dieser angespannten Zeit für die Schüler abwechslungsreicher zu gestalten, wird für den 10. Schuljahrgang in der letzten Unterrichtswoche fächerübergreifend am Projekt "Romantik" gearbeitet werden. Damit wollen wir uns nachdrücklich zu der Suche nach neuen Wegen der Unterrichtsgestaltung bekennen, die nicht nur helfen sollen, Unterrichtsstoffe lebendiger zu vermitteln, sondern die Schüler auch über den Tellerrand des sonst eher separierten Faches blicken zu lassen und so Wissen möglicherweise effektiver zu vermitteln. Vielleicht liegt auch darin eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage, wie das Lernen angesichts gestiegener zeitlicher Umfänge auf gleichem Niveau, also effektiver erfolgen kann.
Die Schulleitung wird sich mit Vertretern des Eltern- und Schülerrates in den nächsten Wochen über die Arbeitsergebnisse austauschen und darüber, wie die Ansprüche, Angebote und Forderungen der Schule, des Elternhauses und der Schüler an die eigene Arbeit und an die Arbeit der Partner für alle abrechenbar formuliert werden können. Alle sind herzlich eingeladen, sich mit den unterbreiteten Vorschlägen auseinanderzusetzen und die Frage beantworten zu helfen, wie unsere erfolgreiche Arbeit weiterentwickelt werden kann - den Schülern und damit letztlich dem Landesgymnasium für Musik zum Nutzen.
In diesem Sinne wünsche ich allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, viel Zeit für die Familie, stimmungsvolle Weihnachtslieder (apropos: die Weihnachts-CDs unserer Chöre können auch über das Sekretariat bei Frau Schunck bezogen werden ...) und einen friedlichen Jahresausklang.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 17.11.2004

Schulleiterbrief 1/2004

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
wir stehen am Ende der ersten Hälfte des Schuljahres 2003/04. Bevor in wenigen Tagen die Zeugnisse ausgehändigt werden und in jedem Elternhaus über die darin dokumentierten Leistungen geurteilt werden wird, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auf diesem Weg wieder Ausgewähltes der vergangenen Monate zu kommentieren und auf Zukünftiges hinzuweisen.
Eine an Konzerten und Erlebnissen reiche Vor-Weihnachtszeit ist inzwischen Vergangenheit. Alle unsere Chöre hatten Gelegenheit, die Zuhörer unterschiedlichsten Alters in den verschiedenen Regionen Deutschlands von ihrer Kunst und ihrer Liebe zur Musik zu überzeugen. Dazu gehörten die schon traditionellen Auftritte unserer Jüngsten auf dem Weihnachtsmarkt und in Sozialeinrichtungen Wernigerodes ebenso wie die Konzerte des Mädchenchores in St. Marien und des Rundfunk-Jugendchores gemeinsam mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode. Besondere Höhepunkte waren erneut das Adventskonzert im "Alten Lyceum" am 29.11.2003, zu dem sich der Rundfunk-Jugendchor unseren Kinderchor der Jahrgänge 7 und 8 als Gast eingeladen hatte. Beide haben die Besucher in einer besinnlichen und unvergesslichen Stunde auf die Adventszeit eingestimmt. Erstmals haben sich engagierte Eltern an der dekorativen Ausgestaltung und kulinarischen Umrahmung dieser Veranstaltung beteiligt und so zu ihrem Gelingen beigetragen. Vielen Dank an Frau Moritz, Frau Ehrhard und ihren Helferinnen. Während der Rundfunk-Jugendchor noch nach Beginn der Weihnachtsferien in Mönchengladbach konzertierte, zog es den Mädchenchor zur gleichen Zeit nach Merkers, wo er mehrere hundert Meter unter Tage die weihnachtliche Konzertsaison mit einem Auftritt in unvergleichlicher Atmosphäre beendete. Gestatten Sie mir von hier aus allen Schülerinnen und Schülern ein herzliches Dankeschön für diese künstlerischen Leistungen sowie Frau Bensing, Frau Lietz, Herrn Zwerschke und Herrn Habermann für die engagierte Arbeit mit ihren Chören.
Inzwischen ist diese Zeit schon wieder Vergangenheit, und die nächsten Höhepunkte stehen vor der Tür. Mit Beendigung des ersten Schulhalbjahres werden sich die beiden großen Chöre unserer Einrichtung ihren Winterchorpraktika zuwenden, die im Zeichen von Produktionen stehen: Der Mädchenchor beginnt die Arbeit an einer CD, die im Laufe des Kalenderjahres gemeinsam mit Professor Fiseisky aus Moskau eingespielt werden wird. Chorwerke und Orgelliteratur werden diesem Tonträger sein eigenes Gepräge geben. Der Rundfunk-Jugendchor absolviert die noch ausstehenden Aufnahmen für die CD mit Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn". Wenn dann Ende Februar auch noch die Kinderchortitel fertiggestellt sind, können wir uns auf eine anspruchsvolle und repräsentative Gemeinschafts-CD aller unserer Chöre freuen, die mit dazu beitragen kann, Außenstehenden unsere Arbeit zu Gehör und damit näherzubringen.
Seit einigen Tagen treffen bei uns Anmeldungen für die neuen 5. und 7. Klassen sowie für die noch vakanten Plätze in den oberen Schuljahrgängen ein. Mit großem Engagement haben wir in den zurückliegenden Monaten versucht, überregional auf unsere Einrichtung aufmerksam zu machen und Interessenten für unsere Ausbildung zu gewinnen. Insbesondere Schulen angrenzender Landkreise und solche Einrichtungen, mit denen wir seit einiger Zeit eine engere Kooperation aufbauen möchten, wurden von Frau Bensing und Kindern ihres Chores der Jahrgänge 5 und 6 aufgesucht. In gemeinsam gestalteten Unterrichtsstunden und Auftritten konnten viele Schüler über das Landesgymnasium für Musik informiert und für unsere Arbeit interessiert werden. Mögen die daraus resultierenden Anmeldungen mithelfen, uns möglichst viele neue Schüler für das kommende Schuljahr zu bescheren und so die allerorts zurückgehenden Schülerzahlen zu kompensieren. Denn nur bei ausreichender Auswahl an Bewerbern werden wir die von uns und unserer Arbeit geforderte Qualität aufrechterhalten können. Deshalb erneuere ich an dieser Stelle meine Bitte: Wenn Sie über Möglichkeiten verfügen, den Bekanntheitsgrad unserer Schule in Ihrer Umgebung zu erhöhen, dann würde uns Ihr diesbezügliches Engagement nützlich und sehr willkommen sein. Geben Sie uns Bescheid, wenn Sie dafür Material oder andere Formen der Unterstützung brauchen. Unmögliches erledigen wir gewöhnlich sofort. Nur die Wunder dauern auch bei uns etwas länger ...
Da ich mich einmal in dieser ureigensten Sache zu Wort melde, möchte ich Sie noch auf eine weitere Form der Unterstützung aufmerksam machen: Wie die Eltern unter Ihnen im letzten Brief des Elternrates lesen konnten, haben einige Väter und Mütter ausdrücklich auf die Möglichkeit der Mitarbeit im Förderverein unserer Schule hingewiesen. Ich möchte dies an dieser Stelle wiederholen und Sie zugleich von der Notwendigkeit dieser Mitarbeit überzeugen. Nur wenn es uns gelingt, den Förderverein zu einem lebendigen Zusammenschluss engagierter und aktiver Mitglieder zu machen, kann die Arbeit vielfältiger und wirkungsvoller gestaltet werden. Die Organisation von Auftritten in Ihrer Region, die Begeisterung potentieller Sponsoren für unsere Arbeit und die Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Landesgymnasiums für Musik können mithelfen, das Potential unserer künstlerischen und schulischen Arbeit zu steigern.
Nicht zufällig nenne ich diese beiden Seiten unserer Arbeit in einem Atemzug. Denn uns ist bewusst, dass die Arbeit am Landesgymnasium für Musik nur so gut ist, wie alle daran Beteiligten zusammenwirken - im musikalischen und allgemeinbildenden Unterricht, in der unterrichtlichen wie außerunterrichtlichen Arbeit, in der Schule und im Internat, als Lehrer, Erzieher, Schüler oder Eltern. Je besser es uns gelingt, die Betonung der Unterschiede unserer Wirkungsbereiche zugunsten der Gemeinsamkeiten unseres Tuns aufzugeben, desto besser werden wir außen als eine Institution wahrgenommen werden, und wir werden im Innern die bestmögliche Ausbildung der hier lernenden Kinder erreichen. Dass das eine das andere nicht ausschließt, sondern dieses sogar befördern kann, zeigt der im Sommer verabschiedete Abiturjahrgang, als mit der jahrgangsbesten Abiturientin eine Schülerin geehrt werden konnte, die mit ihren überdurchschnittlichen Leistungen im allgemeinbildenden Bereich nicht nur jedem anderen Gymnasium zur Ehre gereicht hätte, sondern die zugleich zu den Spitzenkräften musikalischer Begabtenförderung unserer Einrichtung gehörte.
In wenigen Tagen werden drei Schüler unsere Schule an der Landes-Mathematik-Olympiade vertreten. Dorothee Birth (Klasse 6), Robert Steinbach (8m2) und Thorben Sterling (8m1) haben sich im Regionalausscheid dafür qualifiziert. Außerdem werden die Schülerinnen Marie-Therese Grabowitsch und Fredericke Land (beide 10m2) am Einzelausscheid des Bundeswettbewerbes Fremdsprachen in Dessau teilnehmen. Wir freuen uns, dass diese Schüler neben ihren zahlreichen unterrichtlichen Aktivitäten diese Gelegenheit wahrnehmen, um ihren Horizont zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln. Sie bestärken uns mit ihrem Engagement und mit ihren Ergebnissen darin, dass erst eine ausgewogene Berücksichtigung aller Ausbildungsbereiche Garant dafür ist, dass wir niemandem durch eine unzulässige Verengung des Blickwinkels und des Ausbildungsangebots die Zukunftschancen verstellen. Für die Wettbewerbe wünschen wir unseren Teilnehmern viel Erfolg!
Auf der ersten Gesamtkonferenz dieses Schuljahres ist der Wunsch formuliert worden, Schule "neu zu denken". Im Spannungsfeld der oben beschriebenen vielfältigen Anforderungen, die wir an unsere Schüler stellen, im wiederkehrenden Vergleich des vom Träger der Einrichtung, dem Land Sachsen-Anhalt, formulierten Ausbildungszieles einer Schule mit inhaltlichem Schwerpunkt Musik und unserem Selbstverständnis als Spezialgymnasium wollen wir uns selbst fit machen für notwendige Veränderungen. Es haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die unsere Arbeit kritisch beleuchten und Vorschläge unterbreiten, über deren kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung auf der zweiten Gesamtkonferenz im Frühjahr beraten werden soll. Sie, liebe Eltern, seien ausdrücklich ermutigt, sich in diese Diskussion einzubringen. Über den Link zum Elternrat auf dieser Homepage können Sie sich bei Interesse mit Herrn Krüger, Ihrem Elternratsvorsitzenden, in Verbindung setzen. Die Gruppen arbeiten zu folgenden Schwerpunkten:

  1. Allgemeinbildender Unterricht/Schulmanagement
  2. Chorarbeit
  3. Begabtenförderung
  4. Werbung
  5. Projektarbeit/fachübergreifender Unterricht
  6. Internat
  7. Schulrechtliches Umfeld des Spezialgymnasiums.

Auch ohne direkte Beteiligung sind uns Ihre Vorschläge und Gedanken zu diesen oder anderen Themengebieten natürlich jederzeit willkommen.
Was erwartet uns sonst noch im zweiten Schulhalbjahr? Am 27. März haben wieder alle Eltern Gelegenheit, mit den Lehrern, Erziehern und der Leitung unserer Schule beim Elterntag ins Gespräch zu kommen. Für diesen Tag sind von der letzten Gesamtkonferenz Einladungen an das Kultusministerium zu einer Gesprächsrunde über die weitere Gestaltung der Ausbildung am Landesgymnasium für Musik unter den sich verändernden bildungspolitischen Rahmenbedingungen ausgeprochen worden. Wir hoffen, dass ein solches Forum an diesem Tag zustande kommt und wir den Vertretern des Schulträgers bereits Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitsgruppen vorstellen und auch konkrete Vorschläge unterbreiten können.
Nachdem der Rundfunk-Jugendchor im Frühjahr in Cuneo, Italien, zu Gast war, erwarten wir vom 16. bis 19. April den Chor des Gymnasiums "Liceo Artistico Musicale" zum Gegenbesuch in Wernigerode. Viele Eltern haben sich bereits jetzt bereit erklärt, während dieser Tage einen Gastschüler aufzunehmen. Vielen Dank dafür. Ich bin überzeugt, dass dies aufregende Tage der Begegnung sein werden, die den soliden Grundstein einer Partnerschaft zwischen unseren Bildungseinrichtungen bilden können.
Anlässlich der vielfältigen Aktivitäten rund um das 775jährige Stadtrecht von Wernigerode wird auch das Landesgymnasium bei verschiedenen Veranstaltungen präsent sein. Dazu zählt neben dem Eröffnungskonzert der Feierlichkeiten am 17. April 2004 durch den Rundfunk-Jugendchor die Teilnahme unserer Kinderchöre im Konzert aller Preisträger beim Harzchorwettbewerb am 07. und 08. Mai. Ein Blick in den Terminkalender unserer Homepage wird Ihnen Auskunft über alle weiteren Konzerte unserer Sängerinnen und Sänger in diesem Jahr geben. Schon jetzt darf ich Sie herzlich zu diesen Veranstaltungen einladen. Die Vielfältigkeit der Angebote macht für die Interessenten sicher die Auswahl schwer, für die Beteiligten wird sie das kommende Schulhalbjahr wieder wie im Fluge vergehen lassen.
Mit Beendigung dieses Schuljahres tritt eine organisatorische Neuerung in Kraft: Aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen im Gebäude Kanzleistraße, die unmittelbar nach den schriftlichen Prüfungen einsetzen werden, und wegen der zeitgleichen Durchführung der Sommerpraktika von Rundfunk-Jugendchor und Mädchenchor in Wernigerode zum Schuljahresende ist die Organisation der Projekttage für die Schuljahrgänge 5 bis 7 in diesem Zeitraum nicht möglich. Aus diesem Grund erfolgt eine Verlagerung der Ferienzeit für die Kleinen. Die Jahrgänge 5 bis 7 werden bereits am 02. Juli ihre Zeugnisse bekommen und in die Ferien gehen, dafür aber bereits (als zukünftige Jahrgänge 5 bis 8) vom 16. bis 18. August, d.h. in den letzten drei Ferientagen (Anreise ins Internat ist am Sonntag, dem 15. August, ab 14.00 Uhr), eine Chorfreizeit mit ihrem Kinderchor und diverse Projekte gestalten. Die Schüler der zukünftigen Jahrgänge 9 bis 13 werden wie gewohnt am letzten Ferientag (Mittwoch, 18. August) anreisen, so dass wir gemeinsam um 19.00 Uhr das Schuljahr mit dem traditionellen Abendsingen im Salzbergtal hinter dem Wohnheim stimmungsvoll beginnen können.
Noch eine freudige Nachricht zum Schluss: Mit Beginn dieser Woche haben zwei neue Erzieherinnen ihre Arbeit im Internat aufgenommen. Wir begrüßen herzlich Frau Becker und Frau Meyer, die fortan zum Team des Wohnheims gehören werden. Wir versprechen uns von dieser lange überfälligen Verstärkung eine spürbare Entlastung der im Internat Tätigen und einen wieder kontinuierlicheren Kontakt der Klassen zu ihren Jahrgangserzieherinnen. Möge ein am Ende des Kalenderjahres neu zu verhandelnder Tarifvertrag mit den Erziehern Sachsen-Anhalts endgültig das Ende unserer personellen Durststrecke im Internat einläuten.
Allen Lesern dieser Schulleiter-Information von dieser Stelle aus alle guten Wünsche für das Jahr 2004. Mögen möglichst viele Ihrer Wünsche in Erfüllung gehen und Sie häufig Zeit für Muße und Besinnung finden. Vielleicht animiert Sie dieser Blick aus unserem Hauptgebäude Kanzleistraße auf den seit dieser Woche wieder verschneiten Schlossberg, sich solche Augenblicke der Ruhe im kommenden Jahr ganz bewusst zu verschaffen.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 21.101.2004

Schulleiterbrief 2/2003

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
mit dem heutigen Tag beginnt an den Schulen des Landes Sachsen-Anhalt das neue Schuljahr. Auch für die 320 Schülerinnen und Schüler unserer Einrichtung heißt es nun wieder, sich täglich von zu Hause oder vom Internat aus auf den Weg in die Schule zu machen, um dort zu lernen und mit (mindestens) so guten Leistungen wie im Sommer auch das nun vor uns liegende Schuljahr abzuschließen. Wie jedes Jahr werden wir zum Schuljahresbeginn im Festsaal des "Alten Lyceums" wieder die neuen Schülerinnen und Schüler des 5. und des 7. Schuljahrganges sowie jene begrüßen können, die sich erst jetzt, zu einem späteren Schuljahrgang haben entschließen können, die musikalische Spezialausbildung an unserer Einrichtung aufzunehmen und den Weg zum Abitur mit uns unter diesen besonderen Bedingungen (weil nicht besonders leicht, dafür aber besonders selten) zu gehen. Ich wünsche allen eine erfolgreiche und unvergessliche Zeit am Landesgymnasium für Musik- auf dass sie am Ziel dieser unterschiedlich langen, aber gleichermaßen beschwerlichen Strecke einst wie eine diesjährige Abiturientin werden konstatieren können: "Diese Schule war das Beste, was mir passieren konnte."
Für die "alten Hasen" hat die Schule ja eigentlich seit vergangenem Wochenende schon begonnen. Der Rundfunk-Jugendchor und der Mädchenchor führen den zweiten Teil ihres aus Gründen des im Juli in Wernigerode und auch mit Unterstützung unserer Schule durchgeführten "3. Johannes-Brahms-Chorwettbewerbs" geteilten Chorpraktikums durch, und auch die Sängerinnen und Sänger des Kinderchores der Jahrgänge 7 und 8 sind seit Montag bereits wieder dabei, das neue Schuljahr in der neuen Besetzung vorzubereiten. Während andernorts noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht, liegt bei uns also wieder Gesang in der Luft. Möge die dabei ebenfalls offenkundig ausgelassene Stimmung möglichst lange anhalten. Vielleicht können schöne Konzerte und abwechslungsreiche Chorfahrten auch in diesem Jahr mit dazu beitragen, dass die Mühen des Einstudierens und Probens bald nur noch im Lichte der Publikumsbegeisterung und des künstlerischen Erfolges wahrgenommen werden.
Apropos. Auch auf diesem Weg soll das hervorragende Abschneiden unseres Kinderchores 7/8 im Rahmen des bereits erwähnten Chorwettbewerbes in Wernigerode erwähnt werden. Als Kategoriesieger vermochte es unser Nachwuchs unter der Leitung von Frau Lietz, sich vor allem auch gegen Kinderchöre aus Osteuropa durchzusetzen und so sogar um den Hauptpreis des Wettbewerbes mitzusingen. Herzlichen Glückwunsch! Wer die Bilder der sich in den Armen liegenden Sängerinnen und Sänger noch vor Augen hat, wird sich wie die Kinder der Einmaligkeit dieses Erlebnisses nicht entziehen können. Wünschen wir unseren Jüngsten, dass sie diesen Erfolg als Ansporn für ihre weitere Arbeit an unserer Schule nutzen können und dass sie auch in den folgenden Jahren, dann als Mitglieder des Mädchenchores oder Rundfunk-Jugendchores Wernigerode, an der Gestaltung solcher Höhepunkte mitwirken können.
Dieses Schuljahr wird für uns ganz im Zeichen der Frage stehen, wie es uns gelingt, die veränderten Rahmenbedingungen (die Veränderungen in der gymnasialen Oberstufe und der Leistungsbewertung, die eingeforderten Bildungsstandards, die nachhaltig angespannte Haushaltslage des Landes sowie der Personalmangel im Erzieherbereich) in unserer spezifischen Arbeit umzusetzen. Unser Ziel lautet, nicht nur an der Qualität der Ausbildung - sowohl im allgemeinbildenden als auch im musikalisch-künstlerischen Bereich - festzuhalten, sondern die von uns bereits unternommenen Schritte zur individuellen Begabtenförderung und Hochschulvorbereitung weiter auszubauen. Das wird uns noch mehr als bisher vor die Herausforderung stellen, uns mit allen anderen (Regel-)Gymnasien des Landes zu vergleichen (z.B. durch die angekündigten Vergleichsarbeiten) und dennoch die Spezifik unserer Arbeit, die mit von den Regelgymnasien verschiedenen Ausbildungsinhalten und Organisationsformen verbunden ist, weiter auszubauen und das eigentlich "Unvergleichliche" unseres Tuns noch stärker zu akzentuieren. Die Ergebnisse der letzten Abiturjahrgänge, die sich im Landesmaßstab immer überdurchschnittlich präsentierten, sprechen für diese Einschätzung.
Um die Unterrichtserfordernisse und das Fächerangebot noch besser auf die persönlichen Stundenplänen der Schüler abzustimmen, haben wir uns (wie auf der letzten Gesamtkonferenz besprochen) entschlossen, den Unterricht von nun an zeitlich umzuorganisieren. Er wird als nunmehr erster Stunde um 7.00 Uhr beginnen, auch wenn nicht alle Klassen immer zu dieser Stunde ihren Unterricht aufnehmen werden. Wir versprechen uns davon eine für den Schüler optimalere Verteilung des Unterrichts. Die Großen werden nicht immer bereits so früh beginnen müssen, da sie über den Tag ohnehin länger zu tun haben, während ein zeitigerer Beginn gerade den Kleinen einen früheren Unterrichtsschluss und weniger Unterricht am Nachmittag beschert. Außerdem gelingt durch diese Veränderung auch eine Staffelung der Essenszeiten im Internat, die dazu beitragen werden, dass die Schülerinnen und Schüler entspannter und dadurch auch konzentrierter die Verpflichtungen am Nachmittag in Angriff nehmen können - seien es die Hausaufgaben, der Klavier- bzw. Stimmbildungsunterricht, Kurse oder Chorproben.
Nicht verschwiegen werden soll, dass die nunmehr etwa 14täglich einzuplanenden Wochenend-Schließzeiten des Internats eine noch größere Langfristigkeit bei der Planung und Organisation von Konzerten und Konzertfahrten voraussetzt. Dem wollen wir uns gern stellen, auch durch eine entsprechend langfristige Information, die Sie, liebe Eltern, über Ihre Kinder, über unsere homepage oder das Sekretariat jederzeit bekommen können. Unterstützung erhalten wir in diesem Jahr von Frau Julia Chalupa aus Neu-Ulm, die im Rahmen ihres freiwilligen sozialen Jahres im Bereich der Kultur unseren Chorleitern gerade bei der organisatorisch sehr vielschichtigen und zeitraubenden Tätigkeit der Konzertvorbereitungen hilfreich zur Seite stehen wird. Vielen Dank an den Förderverein, dessen Engagement die Besetzung dieser Stelle zu verdanken ist. Sollten sich durch die bereits angedeuteten Veränderungen im Ablauf des Internatslebens für Sie, liebe Eltern, Fragen oder Probleme ergeben, so seien Sie versichert, dass Ihnen mit den Erzieherinnen um Frau Sachse auch weiterhin ein engagiertes Team als kompetente Ansprechpartner und für ihre Kinder als motivierte Betreuer zur Verfügung steht.
Ihnen und allen anderen Interessierten an unserer Arbeit seien auf diesem Weg auch einige Termine ans Herz gelegt, die Ihnen behilflich sein können, sich ein (optisches und akustisches) Bild von den ersten Ergebnissen unserer Arbeit zu machen:
· Der Rundfunk-Jugendchor wird im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage in der Zeit vom 25. bis 28.09. sowie am 02.10. an verschiedenen Auftrittsorten im benachbarten Bundesland zu erleben sein.
· Der Mädchenchor untermalt bereits am 21. August eine Festveranstaltung zum Gedenken an den 60. Jahrestag der Deportation der Bewohner des Heims "Zum Guten Hirten" in Wernigerode.
· Am 03. Oktober wird der Rundfunk-Jugendchor an der zentralen Festveranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Magdeburg teilnehmen und sich (und uns) vor der politischen Prominenz der gesamten Bundesrepublik präsentieren dürfen.
· Einer schönen Tradition folgend, bestreiten der Mädchenchor und der Kinderchor der Klassen 5/6 am 26. Oktober wieder ein Gemeinschaftskonzert auf der Huysburg.
Diese und viele andere Termine können Sie in unserem Terminplan auf unserer homepage einsehen. Wir würden uns über Ihren Besuch in den Konzerten freuen und erhoffen uns durch unsere Konzerttätigkeit im In- und auch Ausland einen weiteren Anstieg des Bekanntheitsgrades unserer Schule. Gerade durch die Öffnung aller Gymnasien des Landes bereits für Schüler des 5. Schuljahrganges sind wir mehr als in der Vergangenheit gefordert, dafür zu sorgen, dass sich unsere gute Arbeit überall herumspricht. Vielleicht können Sie mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ebenfalls dazu beitragen, Ihnen bekannte Eltern oder Schüler für uns zu interessieren und so mitzuhelfen, dass auch in den kommenden Jahren die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen am Landesgymnasium anhalten und dadurch die Breite und Qualität der Ausbildung weiter gesteigert werden können.
Fragte man mich nach einem Beispiel für die nicht nur zahlenmäßige sondern auch qualitative Kontinuität unserer Arbeit, wäre ich seit dem Juli um ein überzeugendes Beispiel reicher: Unter der Leitung von Peter Habermann, dem Leiter des Rundfunk-Jugendchores an unserer Einrichtung, hat sich auch der gerade erst gegründete "Kammerchor Wernigerode", ein Chor ehemaliger Schülerinnen und Schüler des Landesgymnasiums für Musik, den Juroren beim Brahms-Chorwettbewerb gestellt und in seiner Kategorie ebenfalls den Sieg errungen. Nehmen wir den Erfolg unserer Jüngsten und den der Ehemaligen als Zeichen kontinuierlich und erfolgreich praktizierter Begabtenförderung an unserer Einrichtung, die - allen finanziellen und personellen Problemen des Landes zum Trotz - die Berechtigung der Arbeit und Ausbildung in Wernigerode einmal mehr anschaulich unterstreicht.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 21.08.2003

Schulleiterbrief 1/2003

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
gerade rechtzeitig zum Beginn der Winterferien hat auch das Wetter sein "Herz für Kinder" entdeckt und uns im Harz wieder winterliche Temperaturen und Neuschnee beschert. Dies verleiht unserer ohnehin attraktiven Stadt eine noch zusätzliche reizvolle Note. Diejenigen unter uns Kollegen und Schülern, die bereits seit Jahren in und um Wernigerode wohnhaft und am Landesgymnasium für Musik tätig sind, mögen das nicht sonderlich aufregend finden. In den vielen Gesprächen aber, die wir mit Kindern und Eltern führen konnten, die sich am vergangenen Samstag das erste Mal bei uns zum "Tag der offenen Tür" bzw. zu den ersten Eignungsprüfungen eingefunden haben, wurde uns dieser vermeintlich kleine Umstand als etwas Besonderes und Schönes bewusst, das unsere Arbeit hier in Wernigerode am Landesgymnasium für Musik auch ausmacht.
Viele der Interessenten für eine Ausbildung an unserem Gymnasium kamen aus großstädtisch geprägten Gegenden Mitteldeutschlands und wussten die kleine Idylle unserer "bunten Stadt" ebenso zu schätzen, wie sich nicht wenige Besucher aus dem nahegelegenen Niedersachsen mit konkreten Fragen zur Ausbildung bei uns als aufmerksame Beobachter unserer Einrichtung zu erkennen gaben. Trotz Internet-Präsenz, Konzertbesuchen und Informationsmaterial bleibt die Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Eltern und Schüler nach wie vor das effektivste Mittel der Nachwuchssicherung. Nicht zuletzt deshalb möchte ich alle Eltern unserer Schüler ermutigen, sich in diesem Sinne weiter informierend und werbend für uns zu engagieren, damit - ungeachtet rückläufiger Schülerzahlen in Sachsen-Anhalt - das Landesgymnasium für Musik weiter mit konstanten Klassenstärken aufwarten kann. Uns ist diesbezüglich nicht bange - gleichwohl ist gute Arbeit auch auf dem Gebiet der Bildung kein dauerhafter Garant für eine entsprechende Nachfrage.
Diejenigen unter Ihnen, die den "Tag der offenen Tür" genutzt haben, um bei uns vorbeizuschauen, konnten sich selbst vom Engagement des Kollegiums und der Schülerschaft ein Bild machen. Die Unterrichtsproben, aber auch die Gesprächsmöglichkeiten mit den Musik-Fachlehrern haben Ihnen gezeigt, was wir unter musikalischer Spezialausbildung verstehen. Alle Fachschaften konnten Sie hoffentlich davon überzeugen, dass wir eine über Jahre entwickelte Übung im pädagogischen Umgang auch gerade mit den Kleinsten am Gymnasium, den Schuljahrgängen 5 und 6, haben und Ihre möglichen Sorgen, ob Ihr Kind schon mit 10 Jahren den Weg zu uns finden soll, unbegründet sind. Es hat uns deshalb ganz besonders gefreut, dass sich wieder so viele Eltern mit ihren Kindern im Internat direkt informiert haben und des Lobes voll waren für die Arbeit unserer Erzieherinnen und den liebevollen Umgang unserer Schüler untereinander. Nicht wenig stolz war ich als Schulleiter auch über die Worte der Anerkennung, die ich für die aussagekräftige und kompetente Präsentation der allgemeinbildenden Fächer entgegennehmen durfte. Dieser Teil der Arbeit, der in der öffentlichen Wahrnehmung naturgemäß immer ein bisschen im Schatten unserer musikalischen 'Schokoladenseite' steht, hat Sie offensichtlich überzeugt und Ihnen gezeigt, dass die Gleichwertigkeit unseres Abiturs nicht nur eine Phrase ist, sondern Spiegelbild unserer Arbeit des Bildens und Erziehens in allen Schuljahrgängen. Die Gespräche, die Sie mit unseren Kolleginnen und Kollegen führten, haben uns aber auch darauf aufmerksam gemacht, worauf wir bei der Vorstellung unserer Schule zukünftig noch besser hinweisen müssen, um Unkenntnis zu beheben und Vorurteile zu korrigieren.
Dazu haben wir in diesen Tagen auch noch in anderer Form reichlich Gelegenheit gehabt: An den Grund- und Sekundarschulen des Landes Sachsen-Anhalt fanden Elternabende statt, in denen die Schüler der zukünftigen Schuljahrgänge 5 und 7 über Möglichkeiten des weiteren Bildungsweges informiert wurden. Unsere Schule hatte bei einer Vielzahl dieser Schulen um die Möglichkeit der Teilnahme gebeten. Von einer nicht geringen Zahl sind wir auch eingeladen worden, so dass sich der Schulleitung und vielen KollegInnen (nicht nur des musikalischen Ausbildungszweiges übrigens!) die Möglichkeit der Darstellung unserer Ausbildung als einer Schule mit inhaltlichem Profil bot. Meine herzliche Bitte an alle Eltern: Wenn Sie noch Kontakt zur ehemaligen Schule Ihres Kindes haben oder gar selbst als Lehrer tätig sind, so helfen Sie uns bitte, Kontakt zu solchen Lehrern (vornehmlich natürlich Musikfachkräften) dieser Schulen herzustellen, die an einer kontinuierlichen Sichtung von musikalischem Nachwuchs Interesse gezeigt haben. Diese Damen und Herren sind es, die es ermöglichen, dass - allen Unkenrufen zum Trotz - die Zahl der Anmeldungen für das kommende Schuljahr keinen drastischen Rückgang erlitten hat und sich die Qualität der Bewerber insgesamt (auch ihre Vorstellungen von der Arbeit unserer Schule) weiter spürbar erhöht hat. Diese Form der Kooperation wird auf lange Sicht den Bekanntheitsgrad unserer Schule und damit die Qualität der Ausbildung weiterentwickeln helfen.
Als Kooperationspartner haben sich beim "Tag der offenen Tür" auch der "Förderverein Landesgymnasiums für Musik e.V." und der "Freundeskreis Rundfunk-Jugendchor Wernigerode" vorgestellt, der sich kürzlich unter dem Dach des Fördervereins formiert hat. Beide haben mit ihrer Präsenz deutlich gemacht, wo jeder mithelfen kann, die Arbeit der Schule, der Chöre und des Internats voranzubringen. Das Zeichen, das mit der Anwesenheit von Herrn Lange und Herrn von Bornstädt als deren Vertreter gesetzt wurde, lautete: Ungeachtet etwaiger Meinungsverschiedenheiten in der Vergangenheit ist die Arbeit der organisierten Förderer unserer Einrichtung deshalb auf dem richtigen Weg, weil der ständige Kontakt zur Schulleitung gesucht (und gefunden) wird und sich die materielle wie ideelle Förderung wieder ganz an den Erfordernissen und Wünschen des Geförderten orientiert (wie es der Vorsitzende des Vereins, RA Seifert so treffend formuliert hat).
Auch den vielfältigen Kontakten unserer Förderer außerhalb der Schule ist es zu verdanken, dass das zweite Schulhalbjahr eine Reihe von Höhepunkten für unsere Einrichtung bereithält. Allen voran die Konzertreisen unserer Chöre:
Der Kinderchor 5/6 macht sich am 24./25. Mai 2003 auf den Weg nach Erwitte zur Teilnahme am dortigen Kinderchorwettbewerb, den unsere Jüngsten unter der Leitung von Frau Bensing 1999 gewinnen konnten - toi, toi, toi.
Der Kinderchor 7/8 feiert in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen und hat in den kommenden Monaten entsprechend Ansprechendes vor: Am 27. Mai 2003 soll es unter Beteiligung der anderen Chöre ein Jubiläumskonzert geben. In der Zeit vom 19. bis 22. Juni 2003 dann ist eine Konzertfahrt in die Region Marburg (mit einem Konzert in der Universitätskirche) geplant. Bevor es im Juli dann in die wohlverdienten Ferien geht, werden die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Frau Lietz zudem am 3. Internationalen Johannes-Brahms-Chorwettbewerb teilnehmen. Als Sieger des Harz-Chorwettbewerbes 2002 wünschen wir unseren Mädchen und Jungen auch auf internationalem Parkett gutes Gelingen! Der Mädchenchor wird ebenfalls unterwegs sein bzw. in unserer Region konzertieren. Höhepunkt ist sicher die Teilnahme am Chorfest Berlin, bei dem unsere Mädchen am 20. Juni 2003 ein Sonderkonzert bestreiten (und dabei gemeinsam mit einem japanischen Männerchor auftreten werden). Der Rundfunk-Jugendchor wird in der Zeit vom 24. bis 30. März 2003 in Liechtenstein und Italien weilen. Auf Einladung eines dortigen Musikgymnasiums werden wir die Möglichkeiten einer Schulpartnerschaft erörtern und mit dem Chor aus Cuneo auch gemeinsam auftreten. Nach einigen anderen Konzerten wird die Saison 2002/03 mit der Teilnahme am 4. Internationalen Chorleiterseminar, dessen Mitausrichter das Landesgymnasium für Musik ist, vom 5. bis 10. Juli 2003 zu Ende gehen. Allen unseren Chören wünschen wir bei diesen Ereignissen erlebnisreiche Stunden, Momente der Selbstbestätigung, bleibende Eindrücke und Motivation für die sich anschließende Vorbereitung des neuen Schuljahres - z.B. in den Chorpraktika der Großen und der Chorfreizeit der Kleinen (die Zeiten sind in unserer Terminübersicht nachzulesen).
Im Mittelpunkt unserer 13. Klassen steht natürlich in den kommenden Wochen das Abitur. Die Vorabitur-Klausuren werden gerade geschrieben. Umso größer ist unser aller Hochachtung, dass wir zur Durchführung o.g. Projekte auch auf den Abiturjahrgang zählen können. Ein herzliches Dankeschön im Voraus und für die Prüfungen maximale Erfolge!
In Kooperation mit der Firma b.t. music Berlin (der Nachfolgerin der Deutschen Schallplatte) ist es gelungen, aus Anlass des 200. Jubiläums der Veröffentlichung der Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" ein Gemeinschaftsprojekt zu initiieren. Alle unsere Chöre werden Lieder der Sammlung in Sätzen von Rolf Lukowsky produzieren. Ein lang gehegter Wunsch, die Chöre des Landesgymnasiums einmal gemeinsam auf einer CD erleben zu können, wird damit Wirklichkeit. Für die Chöre sicher eine Herausforderung - für die Schule ein einmaliges Prestigeobjekt. Bis die CD 2004 veröffentlicht werden kann, ist natürlich noch viel zu tun. Insbesondere die Produktionstermine sind zu planen. Viel, aber nicht alles wird in den Zeiten der Chorpraktika aufgenommen werden können. Wir werden sicher auf dieses oder jenes Wochenende bzw. auch auf vereinzelte Schultage zurückgreifen müssen. Dafür bitten wir schon jetzt um ihr Verständnis. Gleichwohl hoffen wir, dass Sie sich mit uns über das Projekt und auf das Ergebnis freuen.
Stellvertretend für die vielen anderen Aktivitäten, die in den kommenden Wochen an unserer Schule stattfinden, möchte ich an dieser Stelle folgende erwähnen:
· der Klavierabend am Donnerstag, dem 06. Februar, mit unserem neuen Kollegen Herrn Braun-Feldweg,
· das Konzert des Schülerorchesters am Montag, dem 03. März, mit dem sich sein Leiter, der Schüler Jens Klimek (Klasse 13m1), von dieser erfolgreichen Arbeit verabschiedet,
· der Liederabend mit dem ehemaligen Schüler Stefan Graumann (Abiturjahrgang 1979) am Freitag, dem 21. März, und
· die Aufführungen unserer Theatergruppe unter der Leitung von Frau Schulz am 20. und 21. Mai.
Wir würden uns freuen, wenn wir Sie bei einigen dieser Veranstaltungen begrüßen könnten - sei es als Eltern unserer Schüler, als interessierte Beobachter oder Förderer unserer Arbeit oder als neugierige Besucher. Schön wäre es, wenn wir - wie bereits beim "Tag der offenen Tür" - auch Gelegenheiten wie diese nutzen können, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Alle Eltern unserer Schülerinnen und Schüler möchte ich dazu vor allem auch den diesjährigen Elterntag, den 22. März, ans Herz legen. Dann stehen Ihnen im Laufe des Vormittags wieder alle Fachlehrer und die Schulleitung zur Verfügung. Melden Sie sich bitte an, damit wir genügend Zeit für alle Gespräche einplanen und einen möglichst reibungslosen Ablauf organisieren können. Entsprechende Schreiben bekommen Ihre Kinder noch vor den Ferien ausgehändigt. Bitte geben Sie sie ihnen nach den Ferien wieder für die Klassenlehrer mit. Nach dem Mittag werden die Chöre wieder für Sie, liebe Eltern, in der Liebfrauenkirche singen. Und am Nachmittag wird es dann die Möglichkeit zu Gesprächen innerhalb der Klassenelternschaften und am Abend bei vielen Klassen auch ein gemütliches Beisammensein geben.
Ich wünsche Ihnen für diese Zusammenkünfte gute Ideen für unsere weitere gemeinsame Arbeit. Die Außenstehenden, die durch die "Insider-Informationen" dieser Seite Interesse an unserer Arbeit gewonnen haben, fühlen sich vielleicht ermutigt, Kontakt mit uns aufzunehmen bzw. den nächsten "Tag der offenen Tür" zu besuchen. Er findet am Samstag, dem 31. Januar 2004, in der Zeit von 10 - 14 Uhr statt.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 05.02.2003

Schulleiterbrief 1/2002

Sehr geehrte Eltern, liebe Förderer und Freunde des Landesgymnasiums für Musik,
hinter den Schülern, Lehrern, Erziehern und Mitarbeitern unserer Einrichtung liegt das erste Viertel des Schuljahres 2002/03. Dessen ersten Tage waren für die 51 neuen Schüler, von denen während der Woche 36 in unserem Internat ein neues Zuhause gefunden haben, voller Neuigkeiten, Umstellungen und aufregender Veränderungen. Für alle von uns waren die ersten Wochen von der Frage geprägt, wie wohl der Hitze begegnet werden kann, die natürlich pünktlich zum Unterrichtsbeginn einsetzte. Wir haben uns als standhaft erwiesen und, wissend um die mit der Spezifik unserer Ausbildung einhergehenden organisatorischen Besonderheiten des Schuljahresablaufes, trotzdem weitergearbeitet. Vielleicht hat solcherart Transpiration machen ja auch zu Inspiration verholfen ...
Das Schuljahr ist mittlerweile schnell vorangeschritten – die Hoch-Zeit der Klassenarbeiten hat eingesetzt. Notenlisten füllen sich stetig, und parallel dazu treten wir in die erste Phase umfangreicher Konzerttätigkeit ein. Nachdem der Kinderchor der Klassen 5/6 unter der Leitung von Beate Bensing wie jedes Jahr unsere erste Gesamtkonferenz würdig eröffnet hat und der Mädchenchor unter Bertram Zwerschke gemeinsam mit diesen Jungen und Mädchen am 25. Oktober auf der Huysburg das ebenso traditionelle Herbstkonzert veranstaltete, stellte sich der Rundfunk-Jugendchor am zurückliegenden Wochenende in Hasselfelde ebenfalls zum ersten Mal seinem Publikum. Durch Herbstchorpraktikum und viele Chorproben bestens vorbereitet, beginnen dann am 29. November umfangreiche Advents- und Weihnachtsauftritte aller unserer vier Ensembles. Vielleicht haben Sie Lust, unsere Kinder bei einigen dieser Auftritte zu besuchen? Die genaue Übersicht über diese Veranstaltungen bekommen Sie auf der Homepage unserer Schule.
Ein Besuch lohnt sich – auch auf unserer Website. Dank vieler zusätzlicher Stunden Arbeit unseres Informatiklehrers Herrn Küchau sind wir seit geraumer Zeit nicht nur „im Netz“ präsent, sondern in puncto Aktualität auch (fast) immer auf dem Laufenden. Mit Hilfe dieses Mediums gelingt es uns immer besser, Informationen über unsere Schule, die Chöre, das Internat und die damit verbundenen Aktivitäten allen Interessierten zugänglich zu machen. Als eine weitere Form, die Kommunikation zu verbessern, betrachte ich als Schulleiter diesen Rundbrief. Zwei- oder dreimal im Jahr, immer dann, wenn es Wissenswertes und Neues zu vermelden gibt, werde ich mich auf diesem Weg insbesondere an Sie, liebe Eltern, wenden. Sollten Sie Ihrerseits Anfragen und Probleme haben, so scheuen Sie sich nicht, dieses Medium für einen schnellen und unkomplizierten Kontakt zu nutzen. Unter den auf unserer Homepage nachzulesenden Adressen stehen Ihnen Schulleitung, Internats- und Chorleiter für Anfragen zur Verfügung. Unter der neu eingerichteten Adresse eltern@landesgymnasium.de können Sie sich auch direkt an die Elternvertretung des Landesgymnasium wenden. (Mit Beginn dieses Schuljahres haben sich Herr Krüger und Frau Ehrhard bereiterklärt, als Elternsprecher bzw. stellvertretende Elternsprecherin für die gesamte Elternschaft des Landesgymnasiums Verantwortung zu übernehmen. Dafür herzlichen Dank und Glückwünsche zur Wahl.) Auf diesem Wege erhoffen wir uns, rechtzeitig auf Sorgen und Informationsdefizite aufmerksam zu werden, die gerade in einem Internatsgymnasium, dessen Schüler nicht täglich zu Hause mit Ihren Eltern alle schulischen Fragen besprechen können, immer wieder vorkommen können. Allen Außenstehenden eröffnen Zeilen wie diese zudem vielleicht einen interessanten Einblick in unseren Alltag, von dem sonst eher weniger zu erfahren ist.
Schule und Internat sind zur Zeit zwei große Baustellen. Die mit dem zusätzlichen 13. Schuljahrgang angewachsenen Schülerzahlen überstiegen die Kapazität unseres Internats und zwangen das Land als Träger unserer Einrichtung, das Wohnheim um die fehlenden Plätze zu erweitern. Zu diesem Zweck wird der Plattenbau seit diesem Sommer um einen Gebäudeanbau erweitert, der zugleich das gesamte Ensemble optisch aufwerten wird, da die äußere Gestaltung auch (einmal) auf der Platte zur Anwendung kommen soll. Die Fertigstellung des Anbaus ist für Juli 2003 vorgesehen, da zu diesem Zeitpunkt die zeitlich befristete Notlösung der von den 13. Klassen im Moment genutzten Immobilie (die alte Frauenklinik, ca. 300 m unterhalb des Internats) wieder vom Landkreis benötigt wird. Frohe Botschaft für alle jüngeren Jahrgänge: Der mit der Wiedereinführung des 12jährigen Abiturs in Sachsen-Anhalt auch für uns vorhersehbare neuerliche Rückgang der Zahl der Internatsschüler wird die Sanierung und eine dann großzügigere Gestaltung der Unterkünfte im Plattenbau ermöglichen.
Gebaut wird seit Mitte dieses Jahres auch im Schulgebäude. Nachdem mit dem „Alten Lyceum“ 1999 die Weichen gestellt wurden, um der permanenten Raumnot zu begegnen, geht es nun im Hauptgebäude in der Kanzleistraße weiter. Im August konnte ein drittes naturwissenschaftlich es Kabinett eingeweiht werden. Im Moment wird der Dachboden so weit baulich vorbereitet, dass dort perspektivisch ein Teil der Verwaltung untergebracht werden kann (die Einrichtung von Unterrichtsräumen ist dort nicht zulässig). In den dann frei werdenden Räumen im ersten Obergeschoss können durch Zusammenlegung Klassenräume entstehen. Der im Zuge dieser Umbauarbeiten zutage geförderte Hausschwamm in der Decke bescherte uns noch einen finanziellen „Nachschlag“ zur Instandsetzung der davon betroffenen Räume. Dass diese Arbeiten sofort ausgeführt werden mussten, versteht sich von selbst. Die von den Bauverantwortlichen angezeigten Gefahren der Rekonstruktionsarbeiten, die insbesondere vom heißen Fließasphalt ausgingen, ließen uns im Interesse der Gesundheit Ihrer Kinder zu den unterrichtsorganisatorischen Maßnahmen der letzten Woche greifen. Für Ihr Verständnis dürfen wir uns herzlich bedanken, insbesondere bei denen, die aufgrund der Klavier-Leistungskontrollen ihrer Tochter oder ihres Sohnes zusätzliche Fahrstrapazen hatten. Seien Sie versichert, dass es zur Durchführung der Kontrollen gerade in jener Woche keine Alternative gab, da die Schüler sich langfristig auf diesen Termin vorbereitet hatten und selbst eine geringfügige Verschiebung gerade in diesen Wochen bis Weihnachten unmöglich war. Ich bin überzeugt, dass die vielen hervorragenden Leistungen, die dabei zu erleben waren, unsere Entscheidung im Nachhinein rechtfertigen.
In etwa zwei Wochen wird der Baulärm überstanden sein. Dann werden wieder normale Arbeits- und Lernbedingungen vorherrschen und es wird – trotz ausgefüllter Schultage und strapaziöser Konzertfahrten – auch für die Schüler, Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter endlich Gelegenheit geben, nicht nur Konzertbesucher, sondern auch sich selbst auf die Weihnachtszeit einzustimmen. Wenn Sie daran teilhaben möchten, schauen Sie doch einfach am 20.12.2002 um 10.00 Uhr in der Liebfrauenkirche vorbei, wenn sich die vier Chöre unserer Einrichtung mit dem traditionellen Weihnachtssingen sich selbst und auch alle Mitarbeiter des Landesgymnasiums für Musik in die Feiertage verabschieden. Für die verbleibenden Wochen bis zum Jahreswechsel 2002/03 darf ich Ihnen noch Kraft und Ausdauer wünschen und anschließend besinnliche Tage im Kreise der Familie, vor allem mit Ihren Kindern – unseren Schülern.

Dr. Detlef Gieseler
Schulleiter
Wernigerode, 15.11.2002